3D-Druck

3D Systems kauft mit Greenfort und PwC dp polar

Das amerikanische Drucktechnikunternehmen 3D Systems hat Drucksystemhersteller dp polar übernommen. Verkauft haben der Chemiekonzern Atlanta und der Gründer.

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Benjamin Karten

Damit geht der 2014 gegründete Drucktechnikhersteller dp polar mit Sitz im badischen Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe an einen der Pioniere des 3D-Drucks. Seit den 1980er Jahren widmet sich das amerikanische Unternehmen 3D Systems mit Sitz in Rock Hill, South Carolina, verschiedenen 3D-Druckverfahren. Genau um eine Innovation in diesen Druckverfahren geht es unter anderem auch bei der Übernahme von dp polar: Die Badener stellen industrielle 3D-Druck-Systeme für die Automobil-, Luft– und Raumfahrt-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie her. Dabei verwenden sie eine sogenannte Polarkoordinatensteuerung, ein patentiertes Druckverfahren, mit einem feststehenden Druckkopf über einer kontinuierlich rotierenden Druckplattform. Dies beschleunige laut dp polar die Produktion. Denn herkömmliche 3D-Drucker arbeiten bisher vor allem mit einem kartesischen Koordinatensystem, bei dem sich der Druckkopf während der gesamten Bauteilproduktion von Punkt zu Punkt hin- und herbewegt.

Der deutsche Spezialchemiekonzern Atlanta war 2017 bei dp polar mit einer Minderheitsbeteiligung eingestiegen. Atlanta mit Sitz im nordrhein-westfälischen Wesel beschäftigt weltweit rund 6700 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von circa 2,7 Milliarden Euro. Schwerpunkt des Unternehmens ist die Entwicklung und Herstellung von Lacken und Druckfarben. Mehrheitseigner an dp polar war der Gründer und ehemalige Managing Director von SDax-Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen, Hans Mathea.

Berater 3D Systems:
Greenfort (Frankfurt): Martin Asmuß (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
PricewaterhouseCoopers: Steuern – aus dem Markt bekannt

Berater Atlanta:
Inhouse Recht (Wesel): Ye Huo
Ypog (Köln): Dr. Frederik Gärtner, Dr. Johannes Janning (Berlin; beide M&A; beide Federführung); Dr. Benedikt Flöter (IP/IT; Berlin); Associates: Nina Ahlert (M&A)

Berater Hans Mathea:
Görg (München): Dr. Bernt Paudtke (M&A/Corporate; Federführung); Benjamin Karten (Steuern; Hamburg), Dr. Katharina Landes (IP/IT; Köln); Dr. Christian Bürger (Außenwirtschaftsrecht; Köln), Dr. Ulrich Fülbier (Arbeitsrecht), Tobias Reichenberger; Associate: Moritz von Limburg, LL.B, LL.M. (UCT) (beide M&A/Gesellschaftsrecht)

Hintergrund: Greenfort berät 3D Systems nach JUVE Steuermarkt-Informationen regelmäßig bei Transaktionen. Dabei war vor allem der Frankfurter M&A-Partner Martin Asmuß für Greenfort aktiv. Die Rechtsanwaltskanzlei steuerte wiederholt die umfängliche rechtliche Beratung bei; steuerlich war in der Regel PwC an Bord.
Mit der Übernahme von dp polar hat 3D Systems in den vergangenen zwei Jahren bereits das dritte deutsche 3D-Druck-Technologie-Unternehmen übernommen. Im Februar diesen Jahres kauften die Amerikaner bereits das Münchner Start-up Kumovis, das sich auf die Herstellung medizinischer Implantate und Produkte im 3D-Drucker spezialisiert hat. Im vergangenen Jahr übernahm 3D-Systems die Bremer Softwareschmiede Additive Works, die simulationsbasierte 3D-Druck-Workflow- und Druckvorbereitungs-Optimierungssoftware entwickelte.

Die Rechtsanwaltskanzlei Görg wiederum hat dp-polar-Gründer Hans Mathea vollumfänglich rechtlich und steuerlich beraten. Die steuerliche Beratung übernahm der Hamburger Steuerpartner Benjamin Karten.
Die Londoner Investmentbank Bryan, Garnier & Co. beriet Atlanta und Mathea im Bereich Finanzierung unter der Federführung des Münchner Partners Falk Müller-Veerse.

 

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