IT-Deal

3i kauft sich mit Latham und EY bei xSuite ein

Die Londoner Beteiligungsgesellschaft 3i hat den Softwarehersteller xSuite von dem Münchner Private-Equity-Haus Pinova übernommen. Pinova und das Managementteam von xSuite bleiben mit Minderheitsbeteiligungen ebenfalls an Bord.

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Foto: Pexels/energepic.com

Der Softwarehersteller xSuite mit Sitz in Ahrensburg bei Hamburg hat sich auf SAP-integrierte und -zertifizierte Softwaremodule für dokumentenbasierte Buchhaltungsfragen rund um Anwendungen des Walldorfer Marktführers für Unternehmenssoftware spezialisiert – insbesondere unter SAP ERP und SAP S/4HANA. Besonderes Augenmerk legt xSuite dabei auf Digitalisierung, Rationalisierung und Automatisierung von Rechnungsbearbeitung und Einkaufsprozessen bei Unternehmen. Die Softwareschmiede beschäftigt weltweit mehr als 230 Mitarbeiter. Das 1994 gegründete Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 40 Millionen Euro.

Ulf Kieker

Aufstieg mit SAP

Der Aufstieg von Unternehmen wie xSuite steht im Zusammenhang mit der Ausrichtung von SAP: Beobachter sehen bei dem 1972 gegründeten Unternehmen aktuell Schwächen, vor allem hinsichtlich cloudbasierter, auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz basierender Prozessautomatisierungen. Das ‚Handelsblatt‘ beschrieb kürzlich gar die Gefahr, dass die SAP-Anwendungen zu einem Datensilo werden, nämlich einem Fundus an vorstrukturierten Unternehmensinformationen, auf dem dann Anbieter wie xSuite ihre Spezialmodule aufsetzen können. „Co-Innovation“ nennt SAP dieses Konzept.

Verkäuferin Pinova wurde 2007 gegründet. Die Münchner Private-Equity-Gesellschaft beteiligt sich vor allem an mittelständischen Unternehmen aus dem Technologiesektors und verwaltet aktuell ein Vermögen von rund 450 Millionen Euro.

Dagegen ist die britische 3i vor allem ein internationaler Investmentmanager mit Schwerpunkt auf mittelgroßem Beteiligungskapital und Infrastrukturinvestments. So verwaltet 3i im Bereich Private Equity aktuell 19,5 Milliarden Euro an Vermögen.

Berater 3i:
Latham & Watkins (München): Dr. Rainer Traugott, Dr. Maximilian Platzer (Frankfurt, beide Federführung und Corporate), Dr. Ulf Kieker (Steuerrecht), Dr. Max Hauser (Frankfurt, Kartellrecht), Dr. Jana Dammann de Chapto (Hamburg, Fusionskontrolle), Dr. Susan Kempe-Müller (Corporate/IP), Alexandra Hagelüken (beide Frankfurt, Finance); Associates: Dr. Andreas Holzgreve, Dr. Julia Schöfer, Dr. Philipp Gärtner, Dr. Dominik Waldvogel (Frankfurt), Katharina Intfeld, Nikolaus Becker (beide Düsseldorf, alle Corporate), Luca Brandi (Finance), Pia Sösemann (IT/IP), Helena Hofmann, Victoria Pfaff (beide Kartellrecht), Dr. Wolf-Tassilo Böhm (Datenschutz, alle Frankfurt), Dr. Kristina Steckermeier (Arbeitsrecht)
Ernst & Young (Eschborn): Thorsten Krummheuer (M&A Tax) – aus dem Markt bekannt

Gerald Herrmann

Berater Pinova:
Poellath (München): Jens Hörmann (Federführung, M&A/PE), Gerald Herrmann (Steuern), Dr. Peter Bujotzek (Fonds), Daniel Wiedmann (beide Frankfurt, Vertriebs- und Kartellrecht); Associates: Alexander Pfefferler, Jonas Rohde (beide M&A/Private Equity).

Hintergrund: Poellath-Partner Hörmann berät Pinova regelmäßig. Er und sein Team waren bereits bei Pinovas Einstieg bei xSuite rechtlich beratend dabei. Die steuerliche Beratung hat der Münchner Partner Gerald Herrmann übernommen. In der Vergangenheit wurde Pinova bei Transaktionen auch schon von der Frankfurter Boutique Taxess sowie von Ebner Stolz unterstützt.

Auch Latham & Watkins und der PE-Investor 3i arbeiten seit Längerem zusammen, so unter anderem bei der Refinanzierung des bayrischen Automobilzulieferers Schlemmer vor einigen Jahren. Die Federführung hatte damals die Finanzierungsspezialistin Alexandra Hagelüken, die auch diesmal beraten hat. Hagelüken hatte 3i schon zu ihrer Zeit bei Clifford Chance beraten und war im Mai 2015 zusammen mit dem ehemaligen Private-Equity-Chef von Clifford, Oliver Felsenstein, zu Latham & Watkins gewechselt.

Die steuerliche Beratung von 3i haben sich Latham & Watkins und EY geteilt. Der Anwaltskanzlei mit dem Münchner Steuer-Counsel Dr. Ulf Kieker übernahm die Dokumentation und EY unter dem Eschborner Transaktionssteuerpartner Thorsten Krummheuer die steuerliche Strukturierung.

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