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AviAlliance verkauft Budapester Flughafen mit Linklaters und WTS

Der ungarische Staat hat sich mehrheitlich die Anteile der Betreibergesellschaft des Budapester Flughafens Ferihegy gesichert. Dafür kassieren die bisherigen Mehrheitseigentümer – die in Düsseldorf ansässige AviAlliance und ihre Mitgesellschafter – nach mehrjährigen Verkaufsverhandlungen nun rund drei Milliarden Euro.

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80 Prozent der Anteile an der Budapest Airport AG gehen an den ungarischen Staat, 20 Prozent an den französischen Infrastrukturkonzern Vinci. Der Kaufpreis beträgt 3,1 Milliarden Euro, hinzu kommen Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.

Medienberichten zufolge wollte die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán schon lange die Kontrolle über den ungarischen Hauptstadtflughafen. Der politisch motivierte Kauf erfolgte nun über den staatlichen Investmentarm Corvinus.

Abschied nach 17 Jahren

Der deutsche Flughafeninvestor AviAlliance, der seit 2007 in Ungarn engagiert war, hatte massiv in den Flughafen investiert. Er betreibt – zum Teil gemeinsam mit den jeweiligen Städten – unter anderem die Flughäfen Düsseldorf, Hamburg und Athen. 

Der Eigentümerwechsel des Budapester Flughafens reiht sich ein in eine Serie von Verstaatlichungen in Ungarn, darunter auch das Ungarn-Geschäft des Mobilfunkbetreibers Vodafone. Der Flughafen-Deal gilt jedoch als die bislang größte M&A-Transaktion des Landes.

Berater Staatsholding Corvinus
CMS Cameron McKenna Nabarro Olswang (Budapest): Dr. Erika Papp (Finanzrecht), Andreas Köhler, Dr. Anikó Kircsi (beide M&A; alle Federführung) – aus dem Markt bekannt

Berater Vinci Airports
Orrick Herrington & Sutcliffe (Paris): Yves Lepage (Federführung), Werner Brickwedde (Düsseldorf), Christophe Lefort, Foucaud Jaulin (alle Corporate/Infrastruktur), Pauli Loisel (Finanzrecht), Patrick Hubert (Kartellrecht); Associates: Marc Maalouf, Carole Schertzinger (beide Corporate), Adil Kourtih (Öffentliches Recht), Camille Heissat (Finanzrecht)
Kinstellar (Budapest): Annamária Csenterics; Associates: Gergely Liptak, Máté Nagy (alle Corporate/M&A)

Julian Böhmer

Berater AviAlliance und Mitgesellschafter
Linklaters (Düsseldorf): Sebastian Klingen, Achim Kirchfeld (beide Federführung), David Martin (alle Corporate/M&A), Dr. Julian Böhmer (Steuerrecht), Ross Schloeffel (Finanzrecht/Energie), Subir Rajadhyaksha (Energie/Infrastruktur; alle drei London), Dr. Julia Grothaus (Konfliktlösung; Frankfurt), Christoph Barth (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht), Dr. Jan Endler (Öffentliches Recht; Berlin); Associates: Lea Schürmann, Kristina Willmes (beide Corporate/M&A), Hannes Ingwersen (Konfliktlösung; Frankfurt), Sebastian Plötz, Julia Funke (beide Kartell- und Außenwirtschaftsrecht), Rico Kaßmann (Öffentliches Recht; Berlin), Katie Rivers (Energie/Infrastruktur; London)
WTS (Düsseldorf): Norgard Papke, Michael Wild (beide Steuern)
WTS Klient (Budapest): Réka Kiss, András Szadai (beide Steuern)
Bittera Kohlrusz & Tóth (Budapest): Csaba Bittera (Federführung; Corporate/M&A), Peter Toth (Arbeitsrecht), Milan Kohlrusz (Konfliktlösung); Associates: Zoe Szekeli (Corporate/M&A), Zsolt Slujtner (Öffentliches Recht)
Herbert Smith Freehills: Dr. Patricia Nacimiento (Konfliktlösung; Frankfurt), Dr. Christoph Nawroth (Corporate/M&A; Düsseldorf)
Freshfields Bruckhaus Deringer: Simone Kämpfer, Daniel Travers (beide Düsseldorf), Ben Morgan (London); Associates: Marcel Michaelis (Düsseldorf), Fiona McHugh (London; alle Compliance/Konfliktlösung)
Inhouse Recht (Düsseldorf): Thorsten Henze (Gesamtleitung; General Counsel), Christoph Buch (Federführung), Peter Henning (beide Senior Legal Counsel)
Inhouse Steuern (Düsseldorf): Daniela Liedtke, Alexander Szuczies – aus dem Markt bekannt

Berater Geldgeber
Latham & Watkins (London): Seonaid Todisco, Conrad Andersen; Associates: Chuan Foo, Matthew Milne (alle Finanzrecht)
Wolf Theiss (Budapest):  Zoltán Faludi (Federführung; Konfliktlösung), János Tóth (Corporate/M&A), Melinda Pelikán; Associates: Gergely Szalóki, László Lovas, Viktória Horváth (alle Bank- und Finanzrecht), Kinga Kajcsos, Lilla Lantai (beide Corporate/M&A), Tímea Csajági (Konflikösung), Virág Lőcsei (Infrastruktur)

Notariat
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Frank Burmeister – aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: General Counsel Henze hatte bei AviAlliances die Gesamtverantwortung für den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung. Henze war von 2010 bis 2017 für Linklaters tätig, zuletzt als Managing-Associate. Er war zeitgleich mit Counsel Klingen zu Linklaters gewechselt, der gemeinsam mit Linklaters-Partner Kirchfeld die externe Federführung auf Verkäuferseite übernahm. Linklaters ist seit langem regelmäßig für den deutschen Flughafenbetreiber tätig .

Die steuerliche Beratung der Verkäuferseite beruhte auf drei Säulen: Die Steuerabteilung von AviAlliance, die ebenso wie die Rechtsabteilung stark in die Prozesse eingebunden war, übernahm die steuerliche Prüfung in Deutschland sowie die Abstimmung mit den Shareholdern sowie den Business-Teams.

Linklaters-Steuerpartner Böhmer war zuständig für die steuerliche Begleitung der Verhandlungen sowie die Transaktionsdokumentation.

WTS war mit einem deutschen und einem ungarischen Team für die steuerliche Prüfung der Transaktionsfolgen in Ungarn verantwortlich. Die besondere Herausforderung bestand darin, dass die drei Verkäufer und die beiden Käufer in verschiedenen Jurisdiktionen ansässig sind und somit die steuerlichen Anforderungen von fünf Parteien zu berücksichtigen waren.

Absicherung durch weitere UK-Kanzleien

Für die rechtlichen Fragen der mehrjährigen Budapest-Transaktion war Syndikus Buch federführend, unterstützt von Inhouse-Jurist Henning, der ebenfalls seine Lehrjahre bei Linklaters verbracht hat. 

Im Hintergrund waren zwei weitere britische Kanzleien beteiligt: Herbert Smith-Partnerin Naciemento ist als Schiedsanwältin unter anderem in Investitionsschutzverfahren erfahren. JUVE-Informationen zufolge kam die britische Kanzlei über einen Pitch ins Mandat.

Freshfields-Partnerin Kämpfer und ihr Team betreuen den Düsseldorfer Investor dagegen regelmäßig in Compliance-Fragen sowie an der Schnittstelle zum Sanktionsrecht. Die Federführung im ungarischen Recht hatte die Einheit Bittera Kohlrusz & Tóth, die vom ehemaligen Flughafen-Chefjuristen Csaba Bittera mitbegründet wurde. 

Großes Mandat für CMS Ungarn

An der Seite von Corvinus verhandelte ein CMS-Team nach Marktinformationen den Transaktionsvertrag sowie die strategische Partnerschaft mit Vinci Airports.  In enger Abstimmung mit den Kreditgebern musste auch der sogenannte Rollover der bestehenden Finanzierung in Höhe von 1,4 Milliarden Euro koordiniert werden. Zu den Kreditgebern gehören staatliche Investmentbanken, institutionelle Investoren und Geschäftsbanken.

Das Pariser Orrick-Team steht seit mehr als einem Jahrzehnt regelmäßig an der Seite von Vinci Airport, die hier nicht nur Anteilseignerin, sondern auch künftige Betreiberin des Budapester Flughafens wird. Für die deutschrechtlichen Themen war der Düsseldorfer Partner Brickwedde eingebunden. 

Den ungarischen Teil für Vinci Airports klärte die CEE-Kanzlei Kinstellar, die sich kürzlich um mehrere Standorte von Noerr erweiterte und 2008 von einem ehemaligen Linklaters-Anwalt gegründet worden war. Die Kreditgeber wiederum hatten ein Team von Latham mandatiert, um den Transfer der Finanzierungsstruktur des Budapester Flughafens zu prüfen.

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