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Sennheiser-Sparte geht mit Fieldfisher und KPMG an Sonova

Sennheiser-Kopfhörer für Privatkonsumenten sollen künftig unter Schweizer Regie hergestellt werden. Der börsennotierte Hörgeräte-Hersteller Sonova will die Consumer-Division des Familienunternehmens Sennheiser Electronic übernehmen. Der Kaufpreis beträgt 200 Millionen Euro.

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Andre Happel
Andre Happel

Die Sennheiser Consumer Division stellt Kopfhörer sowie Audiologie- und Telekommunikationsprodukte für den Privatbereich her. Die Abteilung erzielte mit 600 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro im Jahr. Sennheiser hatte im vergangenen Juli den Abbau von 650 seiner 2.800 Stellen bis 2022 angekündigt und im Februar mitgeteilt, dass sich das Unternehmen auf Profiausrüstung konzentrieren wolle. Das 1945 gegründete und in der dritten Generation bestehende Familienunternehmen sitzt in Wedemark bei Hannover und ist in mehr als 50 Ländern aktiv.

Die Sonova Holding setzt jährlich rund 3 Milliarden Schweizer Franken um und will die Kopfhörerproduktion von Sennheiser mit seinen Erfahrungen und Technologien aus dem Hörgerätebereich verbinden. Die Sennheiser-Mitarbeiter sollen daher übernommen werden. Der entsprechende gesellschafts- und arbeitsrechtliche Transfer dürfte sich über mehr als 15 Jurisdiktionen erstrecken.

Berater Sonova
Fieldfisher (Düsseldorf): Jan Hartmann (Federführung), Dr. Patrick Halfpap (beide Corporate/M&A), Andre Happel (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Sascha Dethof (Kartellrecht), Marcus Kamp (Arbeitsrecht), Dr. Stefanie Greifeneder (IP/Commercial), Sara Bandehzadeh (Commercial), Victor Martins-Kuenzel (Immobilienrecht), Thorsten Ihler (IT/Datenschutz), Stephan Zimprich, Matthias Berger (beide IP), Leif Herzog (Corporate/M&A), Anita Malec (Kartellrecht), Dr. Bahne Sievers (IT); Associates: Julian Funck (Steuerrecht), Dr. Kai Danelzik, Anne Sehrbrock, Tobias Van Vlodrop (alle Corporate/M&A), Mike Seemann (Immobilienrecht), Sarah Werner, Raoul Schätzler (beide Kartellrecht), Iris Lahner (IP), Carolin Wagner (IT/Datenschutz), Anne Bremer (Arbeitsrecht)
KPMG (Stuttgart): Florian Geiger, Simon Juon (Zürich); Associate: Christoph Kurrle (alle Steuern)
Inhouse Steuern (Zürich): Alessandra Perego (Corporate Tax) – aus dem Markt bekannt

Matthias Scheifele
Matthias Scheifele

Berater Sennheiser-Gesellschafter
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Bernd Wirbel, Thomas Meurer (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Matthias Scheifele (Steuerrecht; München), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht; Frankfurt), Wolfgang Kellenter, Andrea Schlaffge (beide IP/IT), Dr. Gunther Wagner (Steuern; München); Associates: Barbara Boytinck, Mike Steffen, Maxi Ludwig (alle M&A),Christian Dankerl (Kartellrecht), Selina Rohr (Arbeitsrecht; Frankfurt)
PricewaterhouseCoopers (Hannover): Thorsten Vree (Steuern) – aus dem Markt bekannt
PwC Legal (Düsseldorf): Dr. Frederic Mirza Khanian, Dr. Simon Dürr (Frankfurt; beide Federführung; beide Corporate/M&A) 
Beiten Burkhardt (München): Markus Künzel (Federführung), Dr. Erik Schmid, Nadine Radbruch (alle Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (Wedemark): Christoph Häußermann (Director Legal Services & IP) – aus dem Markt bekannt

Notar
Braunfels Oppermann (Düsseldorf): Dr. Florian Braunfels – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Fieldfisher ist regelmäßig im Kartell- und Gesellschaftsrecht für die schweizerische Sonova im Einsatz. Üblicherweise deckt die Kanzlei im Transaktionsgeschäft auch die steuerlichen Aspekte der Vertragsstrukturen ab. Hier verantwortete Steuerrechtspartner Happel die Verhandlung der Steuerklausel im SPA. Fieldfisher hatte Happel im Januar 2020 als ersten Steuerpartner hinzugeholt, um am noch jungen Standort Frankfurt eine Steuerpraxis aufzubauen. Er ist spezialisiert auf branchenunabhängige Transaktionsbegleitung sowie Restrukturierungen und berät insbesondere zum Unternehmenssteuerrecht. Happel kam von Freshfields, die ihn erst im März 2019 zum Counsel ernannt hatte. 

Sonova und KPMG Schweiz verbindet ebenfalls eine langjährige Mandantenbeziehung. Regelmäßig ist die Big-Four-Gesellschaft auch in Deutschland für die hiesigen Tochterfirmen tätig und beriet beispielsweise 2017 beim Erwerb der Hörgeräte ISMA sowie 2019, als Sonova Audatic übernahm. Hier wurde für die Tax Due Diligence ein deutsch-schweizerisches Team hinzugezogen. Koordiniert wurde die aktuelle Transaktion durch die interne Steuerabteilung des Elektroakustikunternehmens. 

Die Verkäuferseite Sennheiser entschied sich soweit bekannt aufgrund einer Empfehlung für Hengeler. Das federführende Duo Wirbel und Meurer hatte nach JUVE-Informationen nicht nur den M&A-Deal vorbereitet, sondern begleitet auch den nun anstehenden weltweiten Carve-out-Prozess für die Consumer-Sparte. Die steuerrechtlichen Aspekte der Beratung übernahm Scheifele. Zuletzt beriet der erfahrene Steuerrechtler beispielsweise den Automobilzulieferer Magna beim Verkauf von drei deutschen Werken an Mutares und den Private-Equity-Investor Waterland beim Einstieg in die Fitnessstudiokette Fit/One und in den Software-Anbieter GOD.

Für das verkäuferseitige Structuring sowie das Tax Fact Book holte Sennheiser PricewaterhouseCoopers mit an Bord, für die der Hannoveraner Partner Vree aktiv wurde. PwC Legal unterstützt die Carve-Out-Transaktion mit einem Team um die Partner Frederic Mirza Khanian und Simon Dürr, den Co-Leitern des Global Transformation Teams. Das Team versteht sich als Bindeglied zwischen den verschiedenen Beratungsbereichen der Big-Four-Gesellschaft bei großen Projekten. 

(mit Material von dpa)

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