Automobilzulieferer

Leoni verkauft mit Hengeler Mueller Autokabelsparte an thailändischen Investor

Der Nürnberger Bordnetzhersteller Leoni hat sein Kabelgeschäft im Automotivebereich verkauft. Die Business Group Automotive Cable Solutions (BG AM), die aus einem Carve-out im vergangenen Jahr hervorging, gehört in Zukunft zur thailändischen Stark Coporation. Damit ist ein weiterer Teilverkauf der früheren Kabelsparte von Leoni erfolgt.

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Matthias Scheifele

Kernstück des Industrieinvestors Stark ist die ebenfalls thailändische Phleps Dodge International, einer der größten Hersteller und Verkäufer von Kabel- und Drahtlösungen in dem südostasiatischen Land. Besonderes Augenmerk liegt bei Phleps dabei auf der Vertical Continuous Vulcanization (VCV). Dies bezeichnet ein spezielles Verfahren zur Herstellung von Hochspannungskabeln. Der Bedarf an solchen Hochspannungskabeln, die auch extreme Stromstärken von mehreren hundert Ampere vertragen, steigt im Zuge der Elektromobilitätswende weltweit. Dementsprechend sortiert sich der Markt im Bereich der Hochspannungslösungen neu und stellt sich entsprechend auf. So hatte sich erst im April der ebenfalls in Nürnberg ansässige Leistungselektronikhersteller Semikron mit der Flensburger Danfoss Silicon Power zusammengeschlossen.

Für Leoni ist der Verkauf der Automotive-Kabelsparte wiederum ein weiteres Teilstück des Sanierungskonzeptes, mit dem sich das angeschlagene Unternehmen refinanzieren möchte. Der verkaufte Unternehmenswert der BG AM-Transaktion wird von Experten mit 560 Millionen beziffert. Der ursprünglich geplante Verkauf der gesamten Kabelsparte Wire Cable & Solution (WCS) als Ganzes war mit Beginn der Corona-Pandemie auf Eis gelegt worden. Die WCS wurde dann in verschiedene Teilbereiche aufgespalten, um diese besser verkaufen zu können – eine davon die BG AM. Leonie hat laut Medienberichten rund 1,5 Milliarden Euro Schulden. BG AM verfügt als Zulieferer der Automobilindustrie weltweit über zehn Standorte mit rund 3.300 Mitarbeitern.

Thomas Gierath

Berater Stark Corporation
Baker McKenzie (München): Dr. Jon Marcus Meese (Corporate/M&A), Thomas Gierath (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Ernst & Young (Frankfurt): Michael Adolf (Federführung), Kasem Kiatsayrikul (Bangkok); Associates: Niclas Stahl, Fabio Sechzig (beide Düsseldorf), Witthawat Rojrungsithum (Bangkok; alle M&A Tax)

Berater Leoni
Hengeler Mueller (München): Dr. Daniel Wiegand, Elisabeth Kreuzer (beide Federführung; M&A), Dr. Matthias Scheifele, Marius Marx (beide Steuern), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Matthias Rothkopf (Gewerblicher Rechtsschutz/IT; Düsseldorf); Associates: Florian Braun, Dr. Nicholas Kubesch, Dr. Ioanna Tsotsa, Dr. Maximilian Schlüter (alle M&A), Johannes Ahlswede, Dr. Lisa Schwarz (beide Gesellschaftsrecht/Kapitalmarktrecht), Dr. Caroline Beyersdorf (Kartellrecht), Dr. Andreas Kaletsch (Arbeitsrecht; Frankfurt) und Dr. Kim Josefine Weisser (Gewerblicher Rechtsschutz/IT; Düsseldorf)
PricewaterhouseCoopers (Düsseldorf): Dr. Volker Käbisch (Steuern), Oliver Dörfler; Associates: Marc-Aurel Hillebrand, Michael Goßmann (alle M&A Tax)

Hintergrund: Hengeler Müller betreut Leoni schon länger. Unter anderem hatte das Münchner Corporate-Team um Partner Dr. Simon Link Leoni bereits im vergangenen Jahr beraten. Damals ging es um das gescheiterte Übernahmeangebot des österreichischen Industriekonzerns Pierer. Der beim Verkauf an Stark federführende Corporate-Partner Dr. Daniel Wiegand hatte Leoni ebenfalls im letzten Jahr schon beim Verkauf der Business Group Industrial Solutions (BGIS) an die kalifornische BizLink rechtlich unterstützt. Die steuerliche Betreuung des damaligen Deals lag gleichfalls beim Münchner Steuerteam von Hengeler Mueller um Partner Dr. Matthias Scheifele und Counsel Marius Marx. Der Unternehmenswert der damaligen Transaktion wurde auf 450 Millionen Euro geschätzt.

Auch die BGIS war aus Leonis Kabelsparte WCS abgespalten worden. Als steuerlicher Berater von Leoni fungierte der Head of International Tax von PwC, Dr. Volker Käbisch. Vor allem im Rahmen der Carve Out-Strukturierung war PwC nach JUVE Steuermarkt-Informationen steuerlich sehr aktiv. 

Auf Käuferseite wiederum beriet dem Vernehmen nach die internationale Wirtschaftsanwaltskanzlei Baker McKenzie umfassend. Steuerlich wurde die thailändische Stark Corporation demnach von dem Münchner Partner Gierath beraten. Der Rechtsanwalt und Steuerberater ist Anfang 2020 zu Baker McKenzie gestoßen. Zuvor war Gierath sieben Jahre Partner bei Reed Smith.

Käuferseitig hat auch EY beraten. Der Mandantenkontakt zur thailändischen Stark Corporation kam dabei über das Bangkoker Büro der Big-Four-Gesellschaft zustande. Steuerseitig hat EY dabei die Tax Due Diligence und die SPA-Klauseln erstellt. Zudem übernahm EY die Due Diligence zu den Themen Financial, Carve-out und IT.

Copyright Teaserbild: Fotolia_48103098; F:alho007

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