Infrastrukturinvestment

Macquarie erwirbt mit KPMG und Clifford Thyssengas

Der Gasnetzbetreiber Thyssengas geht an den Infrastrukturinvestor Macquarie. Verkäufer sind DIF Capital Partners und EDF. Laut Medienberichten sollen 1,4 Milliarden Euro für die Übernahme inklusive der Schulden des Unternehmens fließen.

Teilen Sie unseren Beitrag
Matthias Hogh

Die Bewertung des Gasnetzbetreibers sehen Fachleute als weiteren Beleg für das anhaltende Interesse an Infrastrukturinvestitionen. Zuletzt hatte bereits der Verkauf von Ferngas an die Versicherungskammer Bayern Maßstäbe gesetzt.

Dem Vernehmen nach interessierte sich die Kammer auch für Thyssengas. Auch ein Konsortium aus den Gasnetzbetreibern Fluxys aus Belgien, Enagas aus Spanien und Snam aus Italien gehörten nach Marktinformationen zu den Bietern, die sich bis zuletzt Chancen auf den Zuschlag ausrechneten. Fluxys, Enagas und Snam hatten im März entschieden, ihre europäischen Gasversorgungsaktivitäten in einem Joint Venture zu bündeln.

Wasserstoff als Preistreiber

Macquarie ist nun ein weiteres Mal bei Thyssengas eingestiegen. Ende 2010 hatten die Australier das Unternehmen von RWE übernommen und 2016 an den niederländischen Infrastrukturinvestor DIF Capital Partners und den Investmentarm des französischen Energieversorgers EDF verkauft. Das erneute Investment und nicht zuletzt der gebotene Preis habe auch mit den Chancen zu tun, die sich für Gasnetzbetreiber aus der Wasserstoffwende ergeben könnten.

Thyssengas ist vor allem in Nordrhein-Westfalen tätig, wo das Unternehmen im Jahr rund sechs Milliarden Kubikmeter Gas in seinem 4.400 Kilometer langen Gasnetz befördert. Vor allem die Industrie vor Ort ist sehr aktiv am Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur beteiligt.

Berater Macquarie
KPMG (Frankfurt): Dr. Matthias Hogh; Senior Manager: Ralph Hack (beide Transaktionssteuern/Strukturierung)
Clifford Chance
(Frankfurt): Dr. Markus Stephanblome, Dr. Anselm Raddatz (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Björn Heinlein (Energie/M&A), Dr. Mathias Elspaß (Regulierung; Düsseldorf), Michael Bates (Finanzierung; London), Dr. David Pasewaldt (Compliance), Dr. Ines Keitel (Arbeitsrecht), Dr. Claudia Milbradt (IP), Thomas Reischauer (Immobilienwirtschaft), Simon Schmid (Düsseldorf), Bahar Rahimyar (Finanzierung; Düsseldorf), Dr. Christopher Fischer (Arbeitsrecht), Dr. Florian Reiling (IP), Dr. Dimitri Slobodenjuk (Außenhandel/Kartellrecht)

Florian Ropohl

Berater DIF Capital Partners und EDF
Ernst & Young (Hamburg): Dr. Florian Ropohl (Transaktionssteuern), Dr. Hanjo Köhler (Verrechnungspreise; München), Rene Guetschow (Umsatzsteuer; Berlin); Associates: Vincent Heimes, Tom Hallfell (beide Transaktionssteuer)
Reed Smith (Frankfurt): Martin Bünning (Steuerrecht/Umsatzsteuer)
Flick Gocke Schaumburg (Frankfurt): Dr. Torsten Engers; Associate: Dr. Rebecca Wald (beide Steuerrecht)
Linklaters (Frankfurt): Dr. Ralph Drebes, Ann-Catherine Hoffmann-Frisch (beide Private Equity; beide Federführung), Oliver Rosenberg (Steuerrecht; Düsseldorf), Christopher Bremme (Regulierung), Michal Hlásek, William Cresswell (beide Bankrecht), Matthew Devey (Arbeitsrecht), Christoph Barth (Kartellrecht; Düsseldorf)
Inhouse Recht (EDF; Paris): Pauline Schaeffer  (Senior Legal M&A)

Berater Versicherungskammer Bayern
Hogan Lovells (Frankfurt): Dr. Alexander Rieger (Corporate/M&A), Dr. Stefan Schröder (Regulierung; Düsseldorf), Dr. Jörg Herwig (Corporate/M&A)

Berater Fluxys, Enagas und Snam
PricewaterhouseCoopers (Frankfurt): Hansjoachim Koehler, Dr. Annette Rickert (beide Steuern)
White & Case
 (Berlin): Dr. Jörg Kraffel (Corporate/M&A), Thomas Burmeister (Corporate/Energie), Dr. Matthias Kiesewetter (M&A; Hamburg) 
Hengeler Mueller (München): Dr. Emanuel Strehle (Corporate/M&A), Dr. Nicolas Böhm (Corporate/Energie; Berlin), Dr. Daniel Zimmer (Kartellrecht/Regulierung; Düsseldorf)

Notar
Greenfort (Frankfurt): Dr. Carsten Angersbach

Hintergrund: Einige Berater sind aus dem Markt bekannt.

Macquarie setzt bei Transaktionen im Energiebereich steuerlich immer wieder auch auf KPMG. So berieten Hogh und Hack den Investor unter anderem beim Verkauf von Techem vor rund drei Jahren.

In der Rechtsberatung liefern sich Linklaters und Clifford seit Jahren ein Wechselspiel um Thyssengas. Den Kauf von RWE 2010 steuerte für Macquarie ein Linklaters-Team um Partner Drebes. 2016 stand dasselbe Team wieder auf der Seite des australischen Investors, allerdings im Zuge des Verkaufs an DIF und EDF, die auf ein Clifford-Team um Raddatz setzten. Zum aktuellen Verkauf ließ sich das DIF-EDF-Konsortium nun von Linklaters beraten, während Macquarie Clifford mandatierte, die mit dem Partnergespann Stephanblome und Raddatz in die Verhandlungen gingen.

Die Vorbereitungen für den Verkauf begannen nach JUVE-Informationen im Frühjahr, die ersten Angebote wurden dann im Sommer fällig. Das Team um Drebes und Partnerin Hoffmann-Frisch erstellte die Verkäufer-Due-Diligence und setzten das Bieterverfahren auf.

Auf Verkäuferseite trugen zudem EY-Partner Ropohl und Reed Smith-Partner Bünning sowie für EDF ein Flick Gocke Schaumburg-Team zum Gelingen der Transaktion aus steuerlicher Sicht bei. Ropohl hatte zuvor auch schon Ferngas beim Verkauf beraten.

Auf der Seite der unterlegenen Bieter mandatierte die Versicherungskammer Bayern, nach dem erfolgreichen Kauf von Ferngas, erneut Hogan Lovells-Partner Rieger und sein Team.

Das Bieterkonsortium aus Fluxys, Enagas und Snam ließ sich steuerlich von dem erfahrenen PwC-Transaktionssteuer-Partner Hansjoachim Koehler sowie rechtlich von White & Case und Hengeler Mueller beraten. 

Artikel teilen