Mobilität

Tier Mobility und Nextbike mithilfe von Deloitte, PwC und CMS nun im Tandem

Der für seine türkisblauen E-Tretroller bekannte Anbieter Tier Mobility übernimmt den Leipziger Fahrradverleiher Nextbike. Verkäufer sind der Mehrheitseigentümer Co-Investor Partners und weitere Gesellschafter. Die Übernahme lässt Tier Mobility zum größten Mikromobilitätsanbieter Europas werden. 

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Tier Mobility und Nextbike rollen nun gemeinsam / Foto © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Monika Skolimowska

Der Verkauf erfolgt im Zuge einer Bartransaktion. Der Wert der Transaktion wurde bislang nicht kommuniziert. Nach JUVE-Informationen hat sich Tier in einem organisierten Verkaufsprozess gegenüber anderen Interessenten durchgesetzt. Ausschlaggebend für den Zuschlag waren auch die Zukunftsaussichten, die Tier Nextbike bietet. Tier gibt an, die Marke Nextbike zunächst erhalten zu wollen.

Nextbike betreibt seit 2004 Leihradsysteme in rund 300 Städten und 28 Ländern – meist im Auftrag öffentlicher Verkehrsunternehmen und Kommunen. Tier will durch die Übernahme von Nextbike nicht nur wachsen, sondern auch von den guten Kontakten in die Stadtverwaltungen profitieren. Nach wie vor haben E-Tretroller vielerorts keinen guten Ruf, weil sie häufig Gehwege blockieren und an zahlreichen Unfällen beteiligt sind. In den Kommunen wird über die Regulierung der Branche diskutiert.

Vor wenigen Wochen gelang es der erst 2018 gegründeten Tier Mobility, noch einmal 200 Millionen Euro von Investoren einzusammeln. Bei der vorangegangenen Finanzierungsrunde in 2020 war die japanische Softbank als Neuinvestor hinzugekommen. Medienberichten zufolge wird das Unternehmen aktuell mit 1,7 Milliarden Euro bewertet. Marktbeobachter erwarten in dem Mobilitätssegment Börsengänge und weitere Übernahmen.

Stella Posnak

Berater Tier Mobility
White & Case (Frankfurt): Carola Glasauer, Daniel Turgel (London; beide Federführung; beide Corporate/M&A), Marek Sawicki (M&A; Warschau); Associates: Thorsten Rohde, Jan Lampert, Diego Hernandez-Sampelayo Lara (Madrid; alle M&A), Anna Dold (Datenschutzrecht), Mathias Bogusch (IP/IT), Sebastian Stütze (Arbeitsrecht), Nane Juetting (Immobilienrecht), Pawel Zagorski (Bankrecht; Warschau)
Deloitte (Düsseldorf): Stella Posnak (Transaktionssteuern)
PricewaterhouseCoopers (Berlin): Martin Pirner (International Tax Structuring)
PwC Legal (Nürnberg): Gerhard Wacker (M&A) 

Martin Mohr

Berater Nextbike
CMS Hasche Sigle (Leipzig): Dr. Jochen Lux (Federführung; Corporate/M&A), Prof. Dr. Heralt Hug (IP), Dr. Malte Grützmacher (IT; Hamburg), Dr. Rolf Hempel, Martin Cholewa (beide Kartellrecht), Dr. Martin Mohr (Steuerrecht; alle Stuttgart); Associates: Peter Ollesch, Stefanie Pech, Dr. Helge Rieckhoff (alle Corporate/M&A), Alexander Tharan (IP)

Notar
Möller Theobald Jung Zenger (Frankfurt): Dr. Oliver Lorenz – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Den rechtlichen Teil des Verkaufsprozesses von Nextbike steuerte ein Leipziger Team von CMS, angeführt von Partner Lux. Das Team hatte Nextbike erstmals 2014 im Zuge einer Finanzierungsrunde beraten, in deren Folge Co-Investor Partners die Mehrheit übernahm. Den Verkaufsprozess beriet CMS für alle Gesellschafter.

Für die steuerlichen Aspekte kam Steuer-Counsel Mohr vom Stuttgarter Standort hinzu. Der als Steuerberater und Rechtsanwalt doppelqualifizierte Mohr war 2017 von Hengeler Mueller zu CMS gestoßen. Hier berät er vor allem bei M&A-Transaktionen sowie bei Venture Capital-Investments. Zuletzt saß er beispielsweise mit am Tisch, als Custom Cells ein Joint Venture mit Porsche einging. Gemeinsam mit Steuerpartner Dr. Heino Büsching beriet er zudem Shell, als diese Anfang 2021 Next Kraftwerke übernahm. 

Die steuerlichen Fragen für die Käuferin Tier Mobility beantwortete maßgeblich Deloitte-Partnerin Posnak. Die Transaktionssteuerrechtlerin war zum Mai 2020 nach fünf Jahren bei Ernst & Young an den Düsseldorfer Standort gekommen. Bei Deloitte berät sie schwerpunktmäßig zu innerdeutschen Transaktionen sowie übergreifend im Corporate/M&A-Segment. 

Zudem hatte Tier Mobility PricewaterhouseCoopers bereits bei früheren Finanzierungsrunden mandatiert. Bei der aktuellen Transaktion unterstützte PwC-Partner Pirner die steuerliche Einbindung der Nextbike in die internationale Gruppenstruktur. Zudem übernahm der Legal-Arm mit einem Team um Corporate-Partner Wacker die Detailfragen zur Eigenkapitalfinanzierung sowie zum Arbeitsrecht.

Auch White & Case war bereits beim Investment der Softbank in Tier Mobility dabei. Für die Übernahme der Nextbike war nun das Frankfurter M&A-Team von Glasauer im Mandat.

(Verena Clemens, Martin Ströder; mit Material von dpa)

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