Wie haben Sie Ihren Weg in das Steuerrecht oder die Wirtschaftsprüfung gefunden?
Mein Weg begann ‚klassisch‘ in der Finanzverwaltung – über ein duales Studium an der HVF Ludwigsburg und die Arbeit als Betriebsprüfer beim Finanzamt Stuttgart-Körperschaften. Die tiefen Einblicke in Unternehmensstrukturen aus der Perspektive der Behörde sind für mich bis heute enorm wertvoll. Gleichzeitig wurde mir schnell klar, dass ich Prozesse nicht nur im Nachhinein prüfen, sondern aktiv mitgestalten und als strategischer Partner im Business agieren möchte. Der Wechsel in die Industrie Ende 2016 sowie das Steuerberaterexamen im Jahr 2020 waren für mich daher genau die richtigen Schritte. Heute verstehe ich die Belange der Behörden aus erster Hand, kann auf Unternehmensseite aber gleichzeitig als ‚Tax-Co-Pilot‘ Mehrwert schaffen und Risiken steuern.
Welche Eigenschaften braucht man Ihrer Meinung nach, um in Ihrem Beruf erfolgreich zu sein?
Fachliche Tiefe ist das Fundament. Aber für eine moderne Steuerfunktion braucht es vor allem zwei Dinge: die Fähigkeit, Komplexität zu übersetzen, und empathische Führung. Im internationalen Umfeld bewegen wir uns in hochkomplexen Systemen bei gleichzeitig stetig wachsenden regulatorischen Anforderungen. Unsere Aufgabe ist es, diesen Rahmen sinnvoll zu strukturieren und komplexe Anforderungen in klare, umsetzbare Lösungen für das Business zu übersetzen. Dabei geht es für mich immer darum, das Business bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig das Unternehmen wirksam zu schützen.
Nachhaltiger Erfolg entsteht dabei durch Kultur. Ich brenne für ein Umfeld, das auf psychologischer Sicherheit, Vertrauen und ehrlicher Transparenz basiert. Durch nahbare, klare und authentische Führung entsteht ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen Verantwortung übernehmen, innovativ denken und auch in anspruchsvollen Phasen über sich hinauswachsen können.
Wie lautete Ihre letzte ChatGPT-Anfrage?
„Plane mir eine zweiwöchige Reise nach Japan – dabei sollen Kulinarik, spannende Architektur und Kultur eine große Rolle spielen. Bitte möglichst wenig Touristenfallen.“ Tatsächlich war meine letzte Anfrage eher privater als beruflicher Natur. KI und moderne Technologien gehören für mich aber längst fest zum Alltag – beruflich wie privat. Im Job nutze ich sie, um komplexe steuerliche Fragestellungen zu strukturieren, Routineaufgaben zu beschleunigen oder Managementunterlagen vorzubereiten. Aktuell unterstützt sie mich bei der Planung einer Japan-Reise und hilft dabei, aus unzähligen Möglichkeiten genau die Orte und Erlebnisse herauszufiltern, die zu meinen Interessen passen.
Ich bin überzeugt, dass KI in Zukunft ein unverzichtbarer Begleiter sein wird – als Sparringspartner, der uns Zeit für die wirklich wichtigen Dinge verschafft: gute Entscheidungen, strategische Beratung, persönliche Führung und echte Zusammenarbeit. Die Vorfreude auf die Reise ersetzt sie natürlich nicht, aber sie macht die Vorbereitung deutlich einfacher.