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07.11.2018

Neues Büro: RSM übernimmt Frankfurter Team von PKF Fasselt Schlage

Das in Deutschland vor rund einem Jahr neu aufgestellte Beratungs- und Prüfungshaus RSM wagt seinen ersten wichtigen Expansionsschritt: Zum Jahreswechsel wird sich praktisch der gesamte Frankfurter Standort von PKF Fasselt Schlage RSM anschließen.

Es wechseln knapp 90 Mitarbeiter, darunter zum Jahreswechsel fünf Partner. Frankfurt wird damit zum drittgrößten RSM-Standort nach Bremen und Düsseldorf. Bislang hatte RSM kein eigenständiges Büro am Main, gewann allerdings bereits im August als Geschäftsführer den Wirtschaftsprüfer Arno Kramer für den ersten Aufschlag in Frankfurt. Kramer kam ebenfalls von PKF Fasselt Schlage.

Mit dem Gewinn des Frankfurter PKF-Teams verstärkt RSM seine steuerliche Aufstellung in der Region: Mit Thomas Donsbach stammt ein Partner aus der originären Steuerberatung, hinzu kommt mit Marcus Jüngling ein steuerlich versierter Transaktionsexperte und mit Hartmut Strecka ein Steuerrechtler. Daneben steigen mit Dieter Hanxleden und dem bisherigen und künftigen Standortleiter Santosh Varughese zwei vor allem auf das Prüfungsgeschäft fokussierte Berater ein.

Bei PKF Fasselt Schlage verbleibt – soweit bekannt – lediglich der Wirtschaftsprüfer Thomas Scholz, der neben Frankfurt auch für andere Standorte von PKF tätig ist. Nach Informationen des JUVE Steuermarktes will die Kanzlei jedoch an Frankfurt als Standort festhalten und das Büro wieder aufbauen. Zudem hatte PKF-Partner Thomas Rauert vor Kurzem im Interview mit dem JUVE Steuermarkt angekündigt, dass PKF zum Jahreswechsel in Düsseldorf, Erfurt und Magdeburg eröffnen wird.

RSM hatte im Spätsommer des vergangenen Jahres sein Deutschland-Geschäft auf eine Gesellschaft zentralisiert und sich damit von der loseren Zusammenarbeit verschiedener unabhängiger Kanzleien unter der Dachmarke RSM verabschiedet. In der Folgezeit schloss sich neben der seinerzeit größten Einheit, RSM Verhülsdonk, als bislang einzige der sieben früheren RSM-Netzwerkkanzleien nur AWT mit Standorten in Stuttgart, Bamberg und Nürnberg der neuen Gesellschaft an. Geleitet wird RSM hierzulande von einem vierköpfigen Führungsgremium, dem unter anderem der Düsseldorfer Partner Rainer Grote angehört.

Die Mehrzahl der früheren RSM-Mitglieder machte den Schritt jedoch nicht mit: So löste sich die Düsseldorfer Kanzlei Advises Anfang 2018 auf und die niedersächsische Beratungsgesellschaft DPI ging unlängst zu BDO. Die Entscheidung der Hamburger MDP-Kanzlei BRL Boege Rohde Lübbehüsen steht noch aus. Ein Wechsel zu RSM ist nach Informationen von JUVE Steuermarkt indes ausgeschlossen.

RSM stand 2017 für einen Umsatz von 62,5 Millionen Euro, das frühere RSM-Netzwerk unabhängiger Kanzleien dagegen bei kumulierten Einnahmen von mehr als 100 Millionen Euro. Mit dem Zugang des Frankfurter PKF-Büros kann dieser deutlich wachsen: Soweit bekannt, stand das Büro für einen substanziellen Umsatzanteil bei PKF. Die Wirtschaftsprüfer vor Ort hatten beispielsweise lange Stada Arzneimittel geprüft, ehe das Mandat 2017 wegen der Prüferrotation zu PwC überging. Zuletzt gelang es, ein großes Prüfmandat aus dem Tec Dax zu gewinnen. Soweit bekannt, handelt es sich dabei um Isra Vision. (Catrin Behlau, Jörn Poppelbaum)

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