Kurz notiert
Was tut sich in der Steuerwelt? Lesen Sie weitere aktuelle Nachrichten kurz und knapp im übersichtlichen Branchen-Ticker!
Juni 2025
BMF legt Entwurf zur E-Rechnung vor
Das Bundesfinanzministerium hat den Verbänden einen Entwurf des zweiten BMF-Schreibens zur verpflichtenden elektronischen Rechnung zwischen inländischen Unternehmen zur Stellungnahme vorgelegt. Der Entwurf wurde am 25. Juni 2025 versandt und wegen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung vorab veröffentlicht. Die endgültige Fassung soll im vierten Quartal 2025 erscheinen. Die E-Rechnungspflicht gilt seit 1. Januar 2025 mit Übergangsregelungen. Ein erstes BMF-Schreiben war bereits am 15. Oktober 2024 erschienen.
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Grüne fordern Aufklärung zu Cum-Cum-Geschäften
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat eine Kleine Anfrage (Ds. 21/536) zur Aufarbeitung von Cum-Cum-Geschäften gestellt. Sie fordert von der Bundesregierung Informationen über die Anzahl der aufgegriffenen Fälle, beteiligte Banken und Nicht-Banken sowie mögliche rechtliche Hindernisse bei der Aufklärung. Laut Vorbemerkung beläuft sich der geschätzte Schaden in Deutschland auf 28,5 Milliarden Euro, wovon bisher nur ein geringer Teil zurückgefordert wurde. Die Grünen fragen auch nach Verjährungsfristen und dem Ablauf von Aufbewahrungsfristen.
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Neue Steuerrechtspartnerin bei Baker McKenzie
Baker McKenzie hat Rabea Pape-Lingier mit Wirkung zum 1. Juli 2025 zur Partnerin in der Praxisgruppe Tax in Düsseldorf ernannt. Sie berät multinationale Unternehmen bei Verrechnungspreisangelegenheiten und internationaler Steuerplanung. Ihre Expertise umfasst besonders Verrechnungspreisstreitigkeiten, Außenprüfungsverteidigung sowie APA- und MAP-Verfahren zur Vermeidung von Doppelbesteuerung.
Neuer Studiengang für Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung in Hamburg
Die Hochschule Fresenius startet zum Wintersemester 2025/26 in Hamburg den Bachelorstudiengang "Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung". Das praxisorientierte Ausbildungskonzept wurde in Kooperation mit vier führenden Wirtschaftsberatungsunternehmen entwickelt: Möhrle Happ Luther, BRL Boege Rohde Luebbehuesen, BDO und RSM Ebner Stolz. Der Studiengang verbindet wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen mit Fachwissen in Steuerrecht, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung. Die Praxispartner bringen sich durch Impulse in der Lehre, Werkstudierendenstellen und Projekte aktiv ein.
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IDW begrüßt steuerliches Investitionssofortprogramm
Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) bewertet den Gesetzentwurf für ein steuerliches Investitionssofortprogramm positiv. Es sieht darin einen wichtigen Schritt zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Das IDW begrüßt insbesondere die geplante degressive Abschreibung, die Senkung der Steuerbelastung für thesaurierte Gewinne und des Körperschaftsteuersatzes sowie die Erweiterung der Forschungszulage. Gleichzeitig warnt es vor zusätzlicher Bürokratie und fordert, legale Steuergestaltungen weiterhin planbar zu halten.
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Steuerstrafrechtsboutique Stürzl verstärkt sich mit Expertin von Pfordte Bosbach
Zum Juli 2025 wechselt Lea Wimmer als Salary-Partnerin in das Münchner Büro der Steuerstrafrechtskanzlei Stürzl. Die 39-Jährige war zuletzt in gleicher Position bei Pfordte Bosbach tätig. Dorthin war sie Anfang 2024 von Kantenwein Zimmermann Spatscheck & Partner gewechselt, wo sie fast sechs Jahre gearbeitet hat. Bei Stürzl wird Wimmer gemeinsam mit Dr. Philipp Kellner, der das Münchner Büro seit Oktober 2024 leitet, die Präsenz der Kanzlei in Süddeutschland weiter ausbauen. Wimmer berät und verteidigt Individual- und Unternehmensmandanten im Wirtschafts- und Steuerstrafrecht. Ihre Schwerpunkte umfassen Steuerstreit- und Steuerstrafverfahren, Selbstanzeigen, Tax Compliance sowie typische Begleitdelikte wie Geldwäsche, Untreue, Betrug und Bestechung. Die Kanzlei Stürzl wurde Ende 2023 von Dr. Anja Stürzl in Frankfurt gegründet und eröffnete im Oktober 2024 ein zweites Büro in München.
Führungswechsel in Goodwins Steuerabteilung
Dr. Oded Schein (Foto) hat nach knapp vier Jahren die US-Kanzlei Goodwin in München zum Juni verlassen. Der 51-jährige Rechtsanwalt, Steuerberater und Experte für grenzüberschreitende PE-Transaktionen, wird zunächst selbstständig tätig sein. Seine Nachfolge tritt Felix Krüger an, der vom Frankfurter Standort nach München wechselt. Goodwin plant, den Frankfurter Standort im Herbst zu schließen und sich in München auf Private Equity, Akquisitionsfinanzierung und Fonds zu konzentrieren.
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Finanzausschuss: Anhörung zum steuerlichen Investitionssofortprogramm
Der Finanzausschuss des Bundestags führt am 23. Juni 2025 eine öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf für ein steuerliches Investitionssofortprogramm durch. Behandelt werden der "Entwurf eines Gesetzes für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland" der CDU/CSU und SPD (Ds. 21/323) sowie der Antrag "Gerechtigkeitslücken im Steuersystem schließen, Steuerbetrug wirksam bekämpfen und Einnahmebasis des Staates stärken" von Bündnis 90/Die Grünen (Ds. 21/356). Die Sitzung beginnt um 14 Uhr im Paul-Löbe-Haus und wird live im Internet übertragen.
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.Bundesrat fordert Ausgleich für Steuerausfälle beim "Investitionsbooster"
Der Bundesrat unterstützt zwar die Pläne der Bundesregierung für steuerliche Wachstumsimpulse, fordert aber einen Ausgleich für die entstehenden Steuerausfälle. Das geplante Investitionssofortprogramm würde Länder und Kommunen in den nächsten fünf Jahren mit rund zwei Dritteln der Mindereinnahmen von über 30 Milliarden Euro belasten. Die Länderkammer verlangt in ihrer Stellungnahme vom 13. Juni 2025 Verhandlungen mit dem Bund über tragbare Belastungen und einen Ausgleich für die kommunalen Haushalte.
Bild: ©Bundesrat
Linke fragt nach Verjährung von Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäften
Die Fraktion Die Linke hat eine Kleine Anfrage (Ds. 21/310) zur Verjährung von Cum-Ex- und Cum-Cum-Fällen gestellt. Der Schaden für den Fiskus wird auf 38,5 bis 40 Milliarden Euro beziffert. Die Anfrage zielt auf die Anzahl der Verdachtsfälle, Schadenshöhen und Verjährungen ab. Auch die Personalausstattung der Staatsanwaltschaften und eine Studie zur Blockchain-Technologie als Präventionsmaßnahme sind Gegenstand der Anfrage. Zudem wird die mögliche Vernichtung wichtiger Unterlagen thematisiert.
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Steuerpartner Schaefer wechselt von EY zu PwC
Sebastian Schaefer (42) verstärkt ab Oktober als Partner das Financial-Services-Tax-Team von PwC in Köln. Der Steuerberater war seit 2019 bei EY tätig, zuletzt als Partner. Er ist auf die Beratung mittelständischer Versicherungen spezialisiert und wird Teil des Teams um den Frankfurter Praxisgruppenleiter Markus Hammer. Mit dem Neuzugang wächst das Financial-Services-Team von PwC auf 19 Partner und über 300 Mitarbeitende.