Kurz notiert
Was tut sich in der Steuerwelt? Lesen Sie weitere aktuelle Nachrichten kurz und knapp im übersichtlichen Branchen-Ticker!
Juni 2025
Grüne fordern Abschaffung der Spekulationsfrist für vermietete Immobilien
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will die Steuerfreiheit von Gewinnen aus dem Verkauf vermieteter Immobilien abschaffen. In einem Antrag (Ds. 21/356) fordert sie, die zehnjährige Spekulationsfrist für nicht selbst genutzte Immobilien zu streichen. Dadurch sollen sechs Milliarden Euro Mehreinnahmen generiert werden. Weitere Forderungen umfassen die Beendigung der Gewerbesteuerfreiheit für vermögensverwaltende Immobilien-Kapitalgesellschaften und eine Reform der "Share Deals"-Besteuerung. Auch Erbschaftsteuerbefreiungen für große Immobilienbestände und Betriebsvermögen sollen eingeschränkt werden.
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Koalition plant massive Steuererleichterungen für Unternehmen
Die Regierungskoalition hat einen Gesetzentwurf für ein steuerliches Investitionssofortprogramm (Ds. 21/323) vorgelegt. Kernpunkte sind die Wiedereinführung der degressiven AfA mit 30 Prozent auf bewegliche Wirtschaftsgüter und die schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer von 15 auf 10 Prozent bis 2032. Für Personengesellschaften soll der Steuersatz auf thesaurierte Gewinne auf 25 Prozent sinken. Das Entlastungsvolumen steigt von 2,5 Mrd. Euro 2024 auf 11,3 Mrd. Euro 2029.
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Finanzausschuss lehnt Antrag zu Cum-Cum-Deals ab
Der Finanzausschuss hat einen Antrag der Grünen zur Aufklärung von Cum-Cum-Deals und Verlängerung von Aufbewahrungsfristen für Belege bei Finanzinstituten abgelehnt (Ds. 21/226). CDU/CSU und SPD stimmten dagegen, AfD und Linke dafür. Die Koalition verwies auf bereits ergriffene Maßnahmen wie die Verlängerung der Aufbewahrungsfrist um ein Jahr. Die Grünen halten dies für unzureichend und fordern mehr Zeit zur Herstellung eines Anfangsverdachts. Die AfD kündigte einen eigenen Antrag mit längerer Fristverlängerung an. Hier können Sie die Kurznachricht zur Antragstellung vom 22.05.2025 nachlesen.
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BdSt: Thüringen bearbeitet Steuererklärungen am schnellsten
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat seinen jährlichen Bearbeitungs-Check der Finanzämter veröffentlicht. Thüringen war 2024 mit durchschnittlich 39,1 Tagen am schnellsten bei der Bearbeitung von Steuererklärungen für das Veranlagungsjahr 2023. Es folgen Sachsen-Anhalt (39,7 Tage) und Berlin (42 Tage). Am längsten warteten Steuerzahler im Saarland (53,8 Tage) und Bremen (52,8 Tage). Insgesamt verbesserten sich die meisten Bundesländer trotz zusätzlicher Aufgaben wie der Grundsteuerreform. Die Quote der vollautomatisch bearbeiteten Erklärungen stieg auf 22 Prozent.
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EY Tax ernennt neue Partner
EY Tax Deutschland hat die Ernennung von 16 neuen Partnerinnen und Partnern zum Juli bekannt gegeben. Bei den Beförderten handelt es sich um Nastaran Amidi-Gündisch, Jörg Bartnik, Dr. Susanne Pfeiffer, Andreas Dietrich, Michelle Gmelin, Stefan Greif, Christof Hinken, Sabina Hoffmann, Jakob Jechna, Julian Klafs, Konrad Krauße, Carsten Nemetz, Susanne Pfeiffer, Laura Reutter, Daniel Schüttpelz, Volker Trautmann und Jörg Wenzel.
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Deloitte ernennt acht neue Equity-Partner im Steuerbereich
Deloitte hat zum neuen Geschäftsjahr acht neue Equity-Partnerinnen und -Partner ernannt. Im Bereich Indirekte Steuern wurden Lukas Hechl, Johannes Piskor und Lutz Gissel ernannt. Jan Bädrich und Björn Neumann verstärken als neue Partner den Bereich Business Tax mit Mittelstandsfokus. Im Transfer Pricing wurden Arundhati Pandeya-Koch und Janis Sussick zu Partnern ernannt. Julia Wilkens ist neue Partnerin im Bereich Global Employer Services mit Schwerpunkt Lohnsteuer.
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RSM Ebner Stolz gewinnt WP-Experten für Köln
RSM Ebner Stolz verstärkt zum Juni die Wirtschaftsprüfung am Standort Köln mit Max Zünkler als Director. Der Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und CPA war zuvor über 15 Jahre Partner bei PKF Fasselt. Seine Schwerpunkte liegen in der Jahres- und Konzernabschlussprüfung großer Familienunternehmen aus Handel, Produktion und Dienstleistungen. Zünkler bringt umfangreiche internationale Erfahrung ein, unter anderem als Vertreter der Region EMEI im International Professional Standards Committee.
Grant Thornton holt Transaktionssteuerexperten
Sebastian Bongartz wechselt zum Juni 2025 als Non-Equity-Partner von KPMG zu Grant Thornton. Er verstärkt die Service Lines International Tax und Transaction Tax am Standort Düsseldorf. Bongartz bringt über zwölf Jahre Berufserfahrung mit, insbesondere in den Bereichen steuerliche Gestaltungs- und Due Diligence-Beratung bei Transaktionen, Reorganisationen und Sanierungen. Seine Expertise in den Branchen Life Sciences und Private Equity soll den strategischen Wachstumskurs von Grant Thornton unterstützen.
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Mai 2025
LSWB wählt neuen Präsidenten
Die Mitgliederversammlung des Landesverbands der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe in Bayern (LSWB) hat Stefan Dreßler zum neuen Präsidenten gewählt. Der 45-jährige Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus Traunstein folgt auf Manfred Klar (74), der nicht mehr kandidierte. Dreßler ist seit 2019 im LSWB-Gesamtvorstand und engagiert sich im DStV-Steuerrechtsausschuss sowie im Arbeitskreis Digitalstrategie. Klar wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.
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Weith verlässt BMF-Steuerabteilung
Dr. Nils Weith wurde von seinen Aufgaben als Leiter der Steuerabteilung (Abteilung IV) im Bundesfinanzministerium entbunden. Er hatte die Position seit Anfang 2023 inne. Zuvor war er 20 Jahre im Bundeswirtschaftsministerium als Head of Division Tax Policy tätig. Unter seiner Führung wurden zahlreiche Modernisierungsprozesse in der Steuerverwaltung angestoßen. Das von ihm geleitete Team IV umfasste rund 250 Mitarbeitende. Weith will sich weiterhin für die Transformation des Steuerwesens einsetzen.
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BDO erweitert Vorstand
Der Aufsichtsrat der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat Dr. Dirk Elbert zum 1. Juli 2025 in den Vorstand berufen. Der 49-jährige Rechtsanwalt und Steuerberater wird gemeinsam mit Roland Schulz den Unternehmensbereich "Regionen" leiten. Elbert ist seit 19 Jahren bei BDO tätig und war zuletzt Mitglied des Executive Management Teams. Mit seiner Expertise im Internationalen Steuerrecht soll er zur strategischen Entwicklung von BDO beitragen. Der Vorstand setzt sich künftig aus fünf Mitgliedern zusammen, mit Andrea Bruckner und Parwäz Rafiqpoor als Co-Vorsitzende.