Kurz notiert
Was tut sich in der Steuerwelt? Lesen Sie weitere aktuelle Nachrichten kurz und knapp im übersichtlichen Branchen-Ticker!
Januar 2025
Bundesregierung setzt auf internationale Mindestbesteuerung
Die Bundesregierung bekräftigt ihr Engagement für eine gerechte, progressive Besteuerung auf internationaler Ebene. In ihrer Antwort (Ds. 20/14523) auf eine Anfrage der FDP-Fraktion (Ds. 20/14373) betont sie die Unterstützung der G20-Ziele zur effektiven Besteuerung von Hochvermögenden. Zudem soll der zwischenstaatliche Informationsaustausch über Besteuerungsgrundlagen verbessert werden, um Steueransprüche effektiver durchzusetzen und eine faire Besteuerung sicherzustellen.
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124 Bund-Länder-Arbeitsgruppen zu Steuerthemen aktiv
Bund und Länder haben insgesamt 124 Arbeitsgruppen zu steuerlichen Themen eingerichtet, davon 56 ständige und 68 temporäre. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (Ds. 20/14604) auf eine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (Ds. 20/13700) hervor. Die Gruppen erarbeiten Entscheidungsvorschläge für Finanzbehörden, u. a. zu Schwarzarbeitsbekämpfung, Steuergestaltungsmodellen und Formularanpassungen. Sie sind keine Beschlussgremien, sondern dienen der fachlichen Vorbereitung.
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Bundesregierung verteidigt Ablehnung von Cum-Ex-Untersuchungsausschuss
Die Bundesregierung hat die Ablehnung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu Cum-Ex-Geschäften verteidigt. In ihrer Antwort (Ds. 20/14669) auf eine Große Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (Ds. 20/14356) verweist sie auf den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) in Hamburg und weist Vorwürfe zurück. Sie betont, dass keine Verjährung von Steuerrückforderungen eingetreten sei und die Warburg Bank alle Cum-Ex-Gelder zurückgezahlt habe. Die damalige Nicht-Rückforderung der Kapitalertragsteuer beruhte auf einer als unzureichend eingeschätzten Beweislage.
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Konzernsteuerexperte wechselt zu Peek & Cloppenburg Düsseldorf
Dr. Günther Winkels (47), zuvor sechseinhalb Jahre Leiter der Konzernsteuerabteilung der Funke Mediengruppe, ist seit Jahresbeginn Director Tax & Transfer Pricing bei Peek & Cloppenburg Düsseldorf. Er folgt auf Carsten Buck, der zur Krüger Group wechselte. Peek & Cloppenburg hat 2023 Insolvenz angemeldet und sich seitdem wieder restrukturiert. Aktuell plant P&C die Übernahme der Textilkette Sinn.
Lesen Sie auch unsere verlinkte Nachricht zum Wechsel des ehemaligen Head of Tax der Krüger Group zum November 2024.
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Rödl schließt Kooperationen für digitale Transformation in der Steuerberatung
Rödl & Partner hat strategische Content- und Technologiepartnerschaften mit dem Verlag Dr. Otto Schmidt, LDA Legal Data Analytics, Linkomat und Softwarehelden geschlossen. Ziel ist die digitale Transformation in der Steuerberatung. Die Partnerschaften ermöglichen ein „Digital Tax Ecosystem“, das steuerliches und juristisches Fachwissen mit Technologie verbindet. Plattformen wie fiskus.ai und Cluu bieten Effizienzgewinne durch KI und integrieren Fachinhalte in die Arbeitsabläufe.
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STAX 2024: Digitalisierung und Fachkräftemangel im Fokus
Laut der Umfrage STAX 2024 der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) sind Steuerberater mehrheitlich zufrieden und setzen auf Digitalisierung. Vorteile wie Effizienz und Flexibilität treiben die Entwicklung voran, während neue Technologien wie KI geplant sind. Der Fachkräftemangel bleibt jedoch kritisch: Nur 40 % offener Stellen in Einzelkanzleien konnten besetzt werden. Maßnahmen wie die Weiterentwicklung der Steuerberaterprüfung sollen Abhilfe schaffen.
Ausgewählte Ergebnisse der Studie STAX 2024
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Gesetzesreform zur Geldwäsche-Bekämpfung gescheitert
Die geplante Reform zur besseren Bekämpfung der Geldwäsche in Deutschland ist vorerst gescheitert. Die Ampel-Koalition konnte sich vor der Wahl nicht einigen. Kernpunkte waren die Schaffung einer neuen Behörde und strengere Maßnahmen, u. a. gegen Steuerberater. Vorwürfe von Grünen und FDP belasten das Thema weiter. Ein Bußgeldtatbestand für Steuerberater bei Nichtregistrierung entfällt zunächst. Die nächste Regierung muss das Thema neu angehen.
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RSM Ebner Stolz holt Steuerpartner für Standort Bonn
RSM Ebner Stolz hat Marcus Hierl zum 1. Januar 2025 als Partner in der Steuerberatung am Standort Bonn gewonnen. Der auf Transaktionsberatung und Unternehmensreorganisation spezialisierte Steuerberater war zuletzt bei Schomerus in Berlin tätig und bringt mehr als 22 Jahre Erfahrung mit, unter anderem aus früheren Stationen bei Pinsent Masons, Allen & Overy und KPMG. Bei RSM Ebner Stolz soll er die Transaktionspraxis in der Region ausbauen.
PKF Fasselt erweitert Partnerkreis
PKF Fasselt hat zum Januar 2025 Prof. Dr. Christian Hanke und Friederike Rolshoven als neue Partner an den Standorten Duisburg und Frankfurt ernannt. Hanke ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Prüfung mittelständischer Unternehmen mit. Er soll das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung ausbauen. Zudem setzt er sich durch seine Tätigkeit als Hochschullehrer und Prüfer in der Wirtschaftsprüferkammer für die Nachwuchsförderung ein. Rolshoven, zuvor Director bei Deloitte, verfügt über rund 20 Jahre Erfahrung in der Beratung von Stadtwerken und im Energiesektor. Sie soll die Marktpräsenz von PKF Fasselt in Frankfurt stärken und die Prüfung der Stadtwerke Frankfurt Gruppe mitverantworten.
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Bundesverfassungsgericht: Tübinger Verpackungsteuer ist rechtmäßig
Die Verpackungsteuer in Tübingen auf Einweggeschirr und -verpackungen für Mitnahme-Lebensmittel ist verfassungsgemäß. Das Bundesverfassungsgericht wies die Beschwerde eines McDonald's-Betreibers ab. Die Stadt erhebt seit 2022 eine Steuer von 50 Cent pro Einwegverpackung und 20 Cent pro Besteckteil, um Müll zu reduzieren und Mehrwegverpackungen zu fördern. Die Entscheidung gilt als wegweisend, da andere Städte wie Freiburg und Konstanz ähnliche Abgaben planen oder bereits eingeführt haben. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer betonte die Wirkung der Steuer: Sie habe Mehrweglösungen gestärkt und die Müllflut verringert.
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EU kritisiert US-Ausstieg aus globaler Mindeststeuer
Die EU zeigt sich besorgt über die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Beteiligung der USA am globalen Mindeststeuerabkommen zu beenden. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis bedauerte die Anordnung, die Trump mit der "Souveränität und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit" der USA begründete. Das Abkommen wurde 2021 von über 135 Staaten beschlossen. In der EU gelten die Regeln bereits seit 2023.
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