Vorwurf der Steuerhinterziehung

Finanzamt entzieht DFB Gemeinnützigkeit für 2014 und 2015

Das Finanzamt Frankfurt am Main hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Gemeinnützigkeit für die Jahre 2014 und 2015 entzogen. Dem DFB droht damit eine Steuernachzahlung in zweistelliger Millionenhöhe. 

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Die Finanzbehörden werfen dem Fußballverband vor, im Zusammenhang mit Einnahmen aus Bandenwerbung in den beiden Jahren Steuern hinterzogen zu haben. Der Verband betont in einer Presserklärung, er beurteile „die zugrunde liegenden Sachverhalte anders als die Finanzverwaltung“. Aus diesem Grunde werde er gegen die erlassenen Bescheide fristgerecht Einspruch einlegen. 

Die Entscheidung des Finanzamtes trifft den DFB nicht unvorbereitet. „Für die sich daraus ergebenden Nachforderungen seitens der Finanzbehörde hatte der DFB vorsorglich in seinem Haushalt Rückstellungen gebildet“, heißt es in einer Presseerklärung.

Der Schatzmeister des DFB, Stephan Grunwald, hatte bereits Anfang November gesagt, dass für den besagten Zeitraum die Aberkennung der Gemeinnützigkeit drohe. In den beanstandeten Steuererklärungen seien jedoch keine falschen Angaben gemacht worden, betonte Grunwald damals. Er sprach von 26 Millionen Euro an möglichen Steuernachzahlungen.

Eine Insolvenz des DFB sei jedoch nicht zu befürchten, denn der Verband verfüge über liquide Mittel im dreistelligen Millionenbereich. Wegen weiterer steuerlich relevanter Vorgänge müsse der DFB insgesamt Rücklagen in Höhe von mehr als 46 Millionen Euro bilden, berichtete Grunwald. Daher sei in der Bilanz für das Jahr 2021 ein Minus im zweistelligen Millionenbereich zu erwarten.

Der DFB klagt vor dem Hessischen Finanzgericht Kassel bereits gegen die 2017 erfolgte Aberkennung der Gemeinnützigkeit für das Jahr 2006. In der Folge musste der DFB bereits Steuern in Höhe von rund 22 Millionen nachzahlen. Hier ging es im Kern um eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro vom DFB über den Weltverband Fifa an den inzwischen verstorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus. Das Geld wurde als Beitrag für eine Gala zur WM 2006 deklariert, die nie stattfand. Ein Betrag gleicher Höhe floss 2002 als Darlehen Louis-Dreyfus‘ an Franz Beckenbauer. 

Der DFB machte die Zahlung als Betriebsausgabe steuerlich geltend. Die Staatsanwaltschaft warf den Funktionären des Verbandes vor, die Rückzahlung verschleiert und eine falsche Steuererklärung für das Jahr 2006 abgegeben zu haben.

(mit Material von dpa)

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