Angriff auf die Next Ten

Bansbach übernimmt O&R Oppenhoff & Rädler aus München

Die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Bansbach hat alle Anteile der in München ansässigen O&R Gruppe übernommen. Damit weitet die MDP-Kanzlei mit Hauptsitz in Stuttgart ihre Präsenz nun auch auf Bayern aus.

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Hans-Georg Schell
Hans-Georg Schell

Laut eigenen Angaben entsteht durch den Zusammenschluss eine Gesellschaft mit einem Umsatz von rund 50 Millionen Euro und 400 Mitarbeitern. O&R hat zuletzt rund 7,5 Millionen Euro erwirtschaftet und bringt insgesamt 45 Mitarbeiter bei Bansbach ein, davon 22 Berufsträger. Die Sozietät bietet Beratung in den Bereichen Steuern, Recht, Wirtschaftsprüfung und Corporate Finance an.

„Damit haben wir nun auch in München auf einen Schlag alle Disziplinen abgedeckt, die wir zur Beratung unserer Mandanten brauchen“, sagte der Geschäftsführende Partner Hanns-Georg Schell, der die Fusion von Seiten von Bansbach maßgeblich begleitet hat. Für Bansbach ist München bereits Standort Nummer Zehn. Neben Stuttgart ist die Kanzlei noch in Baden-Baden, Balingen, Dresden, Frankfurt, Freiburg, Jena, Leipzig und Überlingen präsent. „Unser Ziel ist es auch, mit diesem Wachstum mehr und mehr zu den Next-Ten aufzuschließen“, so Schell.

Beide Gesellschaften haben schon häufiger bei diversen Projekten zusammengearbeitet, nicht zuletzt, weil beide schon seit Längerem Teil des internationalen Wirtschaftsprüfungsnetzwerks Kreston sind – Bansbach seit der Gründung 1971 und O&R seit 2008. Für O&R dürfte der Zusammenschluss vor dem Hintergrund der wachsenden Anforderungen in puncto Digitalisierung und Recruiting sinnvoll sein. Ihren Namen wird die Münchner MDP-Kanzlei zunächst behalten.

O&R blickt auf eine lange Tradition zurück. Die Ursprünge gehen auf die Kanzlei Rädler Raupach im Jahr 1980 zurück. Zum Zeitpunkt der Umfirmierung in Oppenhoff & Rädler im Jahr 1995 war die Kanzlei mit vier Büros in Deutschland Teil der durch Fusionen entstandenen Anwaltssozietät Oppenhoff & Rädler – seinerzeit eine der größten deutschen Kanzleien. Nach der Fusion 2001 mit Linklaters wurde die Gesellschaft Teil von Linklaters Oppenhoff & Rädler, 2008 trennten sich die Wege mit Linklaters wieder. Allerdings sind bis heute eine Reihe namhafter früherer Linklaters-Partner nach wie vor Gesellschafter von O&R. Als Vorstandsvorsitzender fungiert etwa der langjährige Linklaters-Partner Dieter Heidemann. Unterdessen wurde bekannt, dass sich das O&R-Vorstandsmitglied Dr. Christoph Götz zum September als Counsel Shearman & Sterling am Standort München anschließen wird.

Wir haben die Nachricht am 07.07.2021 ergänzt.

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