Umsatz

Deloitte verzeichnet Umsatz-Minus – auch in der Steuerberatung

Als erste der Big-Four-Gesellschaften hat Deloitte heute ihre Umsätze zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 (1. Juni 2020 bis 21. Mai 2021) offengelegt. Der Gesamtumsatz ging um 8 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zurück. Der Umsatzbeitrag der Eigenleistung in Deutschland, den Deloitte allerdings nicht ausweist, liege jedoch über dem Vorjahr. Die Steuer- und Rechtsberatung bewegte sich dabei mehr oder weniger auf einem konstanten Niveau.

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Trotz Rückgang zeigt sich CEO Volker Krug zufrieden mit dem Ergebnis.

Stark zurückgegangen sind ausgerechnet die Umsätze bei den beiden Musterschülern Consulting und Financial Advisory, die in den vergangenen Jahren – mit Ausnahmen – die stärksten Zuwachsraten bei Deloitte aufwiesen. Financial Advisory verzeichnete einen Umsatzrückgang auf 227 Millionen Euro (Vorjahr: 322 Millionen Euro), was einem Minus von fast 30 Prozent entspricht. Dies sei zum einen auf ein im ersten Halbjahr reduziertes Transaktionsvolumen, zum anderen aber vor allem auf den planmäßigen Rückgang des von ausländischen Schwestergesellschaften erbrachten Leistungsbeitrags bei einem internationalen Großauftrag zurückzuführen.

Die Consulting-Sparte kam auf einen Umsatz von 592 Millionen Euro (Vorjahr: 640 Millionen Euro), ein Rückgang von 7,5 Prozent. Grund hierfür sei die Pandemie-bedingte Zurückhaltung der Mandanten in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres. 

Positiv entwickelt hat sich hingegen das Prüfungsgeschäft. Auch wenn im abgelaufenen Geschäftsjahr nur ein Plus von 1,1 Prozent auf 457 Millionen Euro (Vorjahr: 452 Millionen Euro) zu Buche stand, konnte das Beratungshaus zahlreiche neue Prüfungsmandate verkünden: Deutsche Post (ab 2023), KfW (ab 2022), Merck  (ab 2023) sowie  Deka (ab 2023).

Gemischtes Bild

In der Steuer- und Rechtsberatung ergibt sich ein gemischtes Bild. Insgesamt legte Deloitte von 277 Millionen auf 278 Millionen Euro zu, was einem mageren Wachstum von 0,4 Prozent entspricht. Dass Deloitte hier überhaupt ein Plus erreicht hat, verdankt die Big Four vor allem der Rechtsberatung. Diese wuchs um gut 11 Prozent auf 51 Millionen Euro (Vorjahr: 46 Millionen Euro), während die reine Steuerberatung einen Umsatzrückgang von zwei Prozent auf 227 Millionen Euro (Vorjahr: 231 Millionen Euro) verzeichnete. Insgesamt zeigte sich das Beratungshaus damit aber zufrieden. „Zu Beginn des Jahres wurden verstärkt Beratungsleistungen zur kurzfristigen Liquiditätssicherung in den Unternehmen nachgefragt. Auch die befristete Senkung der Umsatzsteuersätze führte zu einem höheren Beratungsbedarf“, heißt es in der Pressemitteilung. 

CEO Volker Krug hat mehrere Erklärungen für den Umsatzrückgang und die Entwicklung des Geschäfts: „Aufgrund der Corona-Pandemie hatten wir in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres mit einem unsicheren Marktumfeld gerechnet. Entsprechend hatten wir das in unserer Planung berücksichtigt.“ Zudem sei das Minus auf wesentlich weniger abgerechnete Auslagen für Reisekosten aufgrund der frühzeitigen Umstellung auf Remote-Arbeit zurückzuführen. „Die Reiseintensität mit den entsprechenden Auslagen soll nach unserer Planung auch nicht wieder auf das alte Niveau zurückkehren – zum Vorteil unserer Kunden, Mitarbeiter und der Umwelt“, so Krug.

Zum Ende des Geschäftsjahres am 31. Mai 2021 beschäftigte Deloitte in Deutschland 9.299 Mitarbeiter. Damit habe die Big Four knapp 300 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

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