Nach dreieinhalb Jahren ist Schluss: Unterschiedliche Zukunftsvisionen haben zur Trennung der Kanzlei gkn Gräfe Klümpen-Neusel geführt. Dr. Claudia Klümpen-Neusel (53) firmiert in Zukunft mit achtköpfigem Team unter dem Namen Pontes Tax & Law. Mit dabei sind unter anderem die Partner Pawel Blusz und Christoph Hübner. Die beiden wechselten im Mai 2023 von Ritterhaus zu gkn.
Hübner wird sowohl die Leitung als auch den Aufbau des Münchner Büros von Pontes übernehmen, das in der Nähe der Münchner Universität liegen wird. Die beiden anderen Standorte – Düsseldorf und Frankfurt a.M. – bleiben bestehen.
Dr. Maren Gräfe (48) wiederum startet mit einem 16-köpfigen Team in München unter dem Namen Gräfe Tax & Legal. Zumindest die Räumlichkeiten von gkn wird Gräfe weiterhin nutzen. 11 der 16 Teammitglieder sind Berufsträger. Mit dabei: die erst Mitte Juni bei gkn eingestellte Ellen Ashauer-Moll sowie Stefanie Wagner, beide Salary-Partnerinnen. Ashauer-Moll steht für gesellschafts- und steuerrechtlichen Beratung zu Unternehmensnachfolgen, M&A-Deals und PE-Investitionen. Auch Wagner verfügt über Erfahrung in diesem Bereich.
Neue Namen, gleiches Beratungsgeschäft
Sowohl Gräfe als auch Klümpen-Neusel beraten vorwiegend Unternehmerfamilien, vermögende Privatpersonen und Family Offices. Beide gelten als Spezialistinnen im Private-Clients-Markt. So begleitete gkn Gräfe Klümpen-Neusel zuletzt etwa einige Gesellschafter bei der Stiftungsgründung vor dem Hintergrund eines geplanten Verkaufs sowie den Gesellschafterstamm eines deutschen Familienunternehmens in erbschaftsteuerlichen Fragen und zur Nachfolgeregelung. Kommt es dabei zu streitigen Themen, setzte die Steuer-Boutique vermehrt auf die Hilfe der Familienmoderatorin Dr. Karin Ebel mit Stammsitz in Köln. Seit zwei Jahren bestand diese Kooperation. Gräfe wird diese mit ihrem neuen Büro weiter fortsetzen.
Die Beratungsschwerpunkte bei Pontes werden unter anderem die Vermögens- und Investmentstrukturierung (insbesondere in Immobilien- und Kapitalvermögen) sein. Auch die Gestaltung und Absicherung der Vermögens- und Unternehmensnachfolge, sowie die Beratung von NPO und Familienstiftungen deckt die Kanzlei ab. Die zweite wichtige Säule macht die Deklarationsberatung aus. Die in diesem Zusammenhang gegründete Digital Tax Reporting Gesellschaft bleibt bestehen.
Auf ein ähnliches Konzept setzt auch Gräfe. Zum Beratungsspektrum der Kanzlei zählt unter anderem die Beilegung von Familien- und Gesellschafterkonflikten sowie die umfangreiche Beratung von Family Offices. Diese begleitet die Kanzlei auch bei Private-Equity-Investitionen oder dem Erwerb von Private-Equity-Fonds. Zudem kündet die Kanzlei an, vermehrt in digitale Lösungen zu investieren, vor allem in Hinblick auf Compliance-Themen.
Gemeinsame Geschichte
gkn Gräfe Klümpen-Neusel gibt es seit Juni 2021. Gräfe kam damals von BDO, Klümpen-Neusel von Grant Thornton. Auch vor der Gründung von gkn blicken beide auf eine gemeinsame Vergangenheit bei der Big-Four-Gesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zurück.
In den vergangenen Jahren ging es für die Private-Clients-Boutique gkn stetig steil nach oben. So wurde erst im vergangenen Jahr das Büro in Frankfurt eröffnet. Beide Gründungspartnerinnen teilten JUVE Steuermarkt auf Anfrage mit, auch weiterhin miteinander zusammenarbeiten zu wollen.