Viebrock übernimmt eine Doppelfunktion: Er wird CEO von WTS Deutschland und Group COO der WTS Group Holding, unter deren Dach alle Landesgesellschaften gebündelt sind. Perspektivisch soll er auch die Group-CEO-Position von Fritz Esterer übernehmen.
Viebrock arbeitete seit 2007 bei PricewaterhouseCoopers (PwC). Zuletzt verantwortete er als Geschäftsführungsmitglied den Steuer- und Rechtsbereich mit mehr als 2.500 Mitarbeitenden und einem Umsatz von über 680 Millionen Euro. Ende Oktober 2025 schied er aus der PwC-Geschäftsführung aus.
Esterer übergibt nach 17 Jahren
Esterer hatte seinen mittelfristigen Rückzug aus dem Tagesgeschäft bereits vor einigen Jahren angekündigt. Der frühere Steuerchef von Siemens war 2009 zum Vorstandsvorsitzenden von WTS aufgestiegen. Bereits seit der Ausgründung des Unternehmens aus dem Siemens-Konzern um die Jahrtausendwende war er Aufsichtsratsvorsitzender. Künftig konzentriert sich Esterer auf den Aufbau neuer Niederlassungen in einzelnen Ländern sowie die Begleitung internationaler Konzerne. Im Aufsichtsgremium bleibt er weiter vertreten.
„Mit Björn Viebrock haben wir einen hervorragenden Nachfolger für mich als CEO von WTS Deutschland gefunden“, erklärt Esterer. Viebrock bringe mehr als 20 Jahre Erfahrung im Aufbau von Beratungseinheiten mit und habe den „unternehmerischen Geist“, den es brauche.
Expansion mit schwedischem Investorengeld
Der Führungswechsel fällt in eine dynamische Wachstumsphase. 2025 war der schwedische Finanzinvestor EQT bei WTS eingestiegen und hatte die Kapitalmehrheit übernommen. Seitdem expandiert die Gesellschaft deutlich schneller: Anfang 2026 gründete WTS Landesgesellschaften in Polen und Großbritannien. Weitere Länder sollen folgen.
WTS investiert zudem in KI-Lösungen und Plattformen. Anfang des Jahres holte das Unternehmen Alexander Post als Technologie- und Produktchef. Im Laufe des Jahres sollen zahlreiche Partner in Wachstumsfeldern wie Verrechnungspreisen, International Tax und Transaktionssteuern hinzukommen.
„Der Aufbau einer europäischen Organisation unterstreicht den Anspruch, unseren Mandanten ein einzigartiges, technologiegetriebenes Service-Offering in höchster Qualität zu bieten“, sagt Viebrock. WTS verfüge über steuerliches Know-how, KI-Kompetenz und die Unabhängigkeit durch den Verzicht auf Abschlussprüfungen.
Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte WTS einen Umsatz von 254,1 Millionen Euro und knackte damit erstmalig die Viertelmilliarden-Euro-Marke. Nach eigenen Angaben zählen 95 Prozent der DAX-40-Unternehmen zu den Mandanten. Über das internationale Netzwerk WTS Global ist die Gesellschaft in mehr als 100 Ländern vertreten.
Mehr zum Thema: Anlässlich seines Starts als Deutschland-Chef von WTS haben wir mit Björn Viebrock gesprochen. Das ausführliche Interview erscheint am Montag, 6. Juli.