Schomerus war erst vor gut einem Jahr zu dem KI-Unternehmen aus Stockholm gewechselt und hat die Expansion von Legora seitdem maßgeblich mitgeprägt. Ihre Legal-Tech-Karriere startete die Juristin bei CMS Hasche Sigle, wo sie als ‚Leiterin Künstliche Intelligenz‘ interne KI-Strategieprojekte sowie die Mitentwicklung eigener KI-Modelle für den Rechtseinsatz verantwortete, bevor sie 2025 zu Legora wechselte.
Legora hat sich innerhalb der vergangenen zwölf Monate von einem KI-Start-up zu einem der wertvollsten europäischen KI-Unternehmen im juristischen Bereich entwickelt. Das Unternehmen wuchs in dieser Zeit nach eigenen Angaben von 40 auf nun mehr als 400 Mitarbeitende, und begleitet rund 800 Kanzleien und Rechtsabteilungen in rund 50 Jurisdiktionen. Zuletzt wuchs Legora vor allem in den USA. Weniger als ein Jahr nach der Eröffnung der ersten Niederlassung in New York im März 2025 folgten im Frühjahr 2026 Büros in Chicago und Houston. Weitere Niederlassungen sind laut Legora in Planung. Im Frühjahr dieses Jahres eröffnete Legora – ebenso wie Wettbewerberin Harvey – ein Büro in München.
Wachstum hat seinen Preis
Das rasante Wachstum und das damit einhergehende Tempo sind ein Grund für Schomerus‘ Weggang. „Die Arbeit in einem Hypergrowth-Start-up wird oft als flexibel und aufregend wahrgenommen. Die Kehrseite ist, dass Führungspositionen dort vor allem auch eigene Flexibilität erfordern und mit hoher Reisetätigkeit verbunden sind. Der Aufbau neuer Strukturen bei gleichzeitig so starker Skalierung lässt sich mit meinem Familienwunsch kaum zusammenbringen. Meine Karriereambitionen wollte ich zugleich aber nicht herunterschrauben. Ich bin deshalb sehr dankbar, dass bei RSM Ebner Stolz bereits Strukturen geschaffen wurden und ich ein großes Team vorfinde, das es mir erlaubt, Karriere und Kinder unter einen Hut zu bekommen“, sagt Schomerus. Auch deshalb habe sie entschieden, sich eine neue Herausforderung zu suchen.
Diese liegt künftig in der Übernahme der neu geschaffenen Position des Head of Data and Digital Services bei Ebner Stolz. Im künftig von Schomerus geleiteten Bereich fasst die Kanzlei digitale Kompetenzen, inklusive Legal Tech, Audit Tech und Tax Technology, zusammen. Das Team mit rund 60 Expertinnen und Experten ist bereits seit einigen Jahren für die digitale Transformation der Gesellschaft über alle Geschäftsbereiche hinweg zuständig.