Transaktionssteuern

Kaum Flaute trotz Krise

Nachdem sich im M&A-Markt bereits im Jahr 2019 eine kleine Delle aufgetan hatte und sowohl die Anzahl der Deals als auch das Dealvolumen gegenüber den Vorjahren leicht abnahm, setzte sich dieser Trend in 2020 nicht nur fort, sondern verschärfte sich. Der Grund: natürlich die Corona-Pandemie. Doch anders als zu Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2008 erholte sich der Markt recht schnell wieder.

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2020 war ein turbulentes Jahr für Transaktionssteuerspezialisten. Bereits im Jahr 2019 hatte sich eine kleine Delle aufgetan, was sowohl die Anzahl der Deals als auch das Dealvolumen betraf. Und dieser Trend verschärfte sich 2020 noch. Der Grund: natürlich die Corona-Pandemie. Doch anders als zu Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2008 erholte sich der Markt recht schnell – und führende M&A-Tax-Berater wie Ernst & Young aus dem Kreis der Big Four oder Latham & Watkins aus dem Kreis der Wirtschaftskanzleien waren wieder obenauf.

Laut der von PricewaterhouseCoopers (PwC) veröffentlichten Studie ‚Deals Watch Germany‘, die sich vor allem auf Zahlen der Datenunternehmen Mergermarket und Unquote stützt, war das erste Quartal 2020 noch eines der stärksten der vergangenen Jahre. So gingen 526 Transaktionen mit einem Volumen von insgesamt 34,3 Milliarden Euro über die Bühne. Im zweiten Quartal – also zu Beginn der Pandemie hierzulande – waren es immerhin noch 402 Deals. Was allerdings auffällt: Das Volumen lag zwischen April und Juli bei nur noch 9,8 Milliarden Euro – also mehr als zwei Drittel niedriger als zwischen Januar und März. Offenbar bestimmten in dieser Zeit vor allem also Deals aus dem Small- und Mid-Cap-Segment den Transaktionsmarkt. „Die großen Tickets sehen wir im Moment gar nicht. Aber der Mittelstand kauft fröhlich weiter“, sagte der Managing-Partner einer MDP-Kanzlei bereits im Frühsommer 2020.

Einig sind sich alle Marktakteure, dass das Deal-Geschäft im Laufe des Jahres wieder anzog, nur wann, da gehen die Beobachtungen auseinander. Während die einen sagen, dass das Geschäft bereits Juni bis Juli – also im dritten Quartal – wieder anzog, sind die anderen der Meinung, dass der Aufschwung erst wieder im September erfolgte. Der PwC-Studie zufolge ging die Anzahl der Deals mit 305 im dritten Quartal tatsächlich noch einmal deutlich runter. Allerdings waren die Transaktionen wieder größer. Mit einem Volumen von 21,6 Milliarden Euro waren sie mehr als doppelt so hoch wie in Q2.

Tech und Healthcare erfahren Boom

Zudem erfahren Branchen wie Healthcare und Technologie einen Boom – auch getrieben durch Corona. Und bei den wichtigsten Deals mischt eine Gesellschaft ganz besonders häufig mit: Ernst & Young (EY). So beriet die Big Four-Gesellschaft etwa ein Konsortium um das PE-Haus Advent beim Kauf der Aufzugsparte von ThyssenKrupp, Permira bei der Übernahme des Arzneimittelherstellers Neuraxpharm sowie PAI Partners beim Kauf des Gebäudedienstleister Apleona. Bei letzterem Deal war EY sogar auch auf der Sellside aktiv.

Vor allem in der Beratung von Private-Equity-Häusern macht der Big-Four-Gesellschaft niemand was vor. Und das, obwohl mit Michael Kunz wohl die Branchenkoryphäe schlechthin ausgeschieden ist. Ähnliches gilt für die Wettbewerberin PwC, die sich bei einigen wichtigen Deals ebenfalls wieder ins Spiel brachte. Anfang dieses Jahres etwa für SAP beim Kauf von Signavio. Ungebrochen stark zeigten sich auch klassische Mittelstandsberater wie Rödl & Partner und Ebner Stolz Mönning Bachem.

Um Anwaltskanzleien wie Linklaters und Freshfields Bruckhaus Deringer, die bei steuerlichen Vertragsgestaltungen nach wie vor zur Marktspitze gehören, schien es hingegen ruhiger zu werden. Der Grund: Sie sind fast ausnahmslos im Large-Cap-Bereich aktiv, der im vergangenen Jahr vergleichsweise litt, zuletzt aber ebenfalls wieder einen stärkeren Auftrieb bekam. Anders sah es da etwa bei der US-Kanzlei Latham & Watkins aus, die mit der Beratung von Siemens beim Kauf von Varian zuletzt zwar einen der größten Deals des vergangenen Jahres stemmte, zeitgleich aber auch stark im Mid-Cap-Segment verankert ist.

 

Mehr zu den Entwicklungen im Steuermarkt sowie die Rankings der führenden Kanzleien in den verschiedenen Regionen und Beratungsgebieten finden Sie im JUVE Handbuch Steuern 2021.

 

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