Damit trug das Steuergeschäft auch den Löwenanteil zum Wachstum in der Rechts- und Steuerberatung insgesamt bei, mit der Rödl 98,6 Millionen Euro umsetzte. Im Vergleich zu 2015 bedeutet das ein Plus von 5 Prozent. Befeuert wurde das Geschäft insbesondere durch die Beratung zu Verrechnungspreisen und der Umsatzsteuer sowie im Vorfeld der Erbschaftssteuerreform, die im Herbst 2016 verabschiedet wurde.
In der Rechtsberatung resultierte das Wachstum größtenteils aus der Begleitung grenzüberschreitender Transaktionen deutscher Unternehmen. Bei 192 M&A-Transaktionen beriet Rödl eigenen Angaben zufolge und wurde dabei meist von den deutschen Muttergesellschaften mandatiert. Doch nicht nur für das Plus in der Rechtsberatung spielten Transaktionen eine wichtige Rolle. Denn auch in der interdisziplinären Beratung sorgte die Transaktionsarbeit für die entscheidenden Impulse. Zudem gewann die Sozietät einige großvolumige Mandate. Neben der traditionell betreuten Klientel aus Familien- und Mittelstandsunternehmen verfügt Rödl inzwischen nach eigenen Angaben auch über Mandatsbeziehungen zu rund der Hälfte der Dax-Konzerne, die sie entweder rechtlich, steuerlich, in der Wirtschaftsprüfung oder im Outsourcing von Geschäftsprozessen begleitet.
In der Produktivität liegt die Rechtsberatung deutlich vorne: 402.000 Euro setzte jeder der zuletzt 245 Vollzeit tätigen Berufsträger (Full Time Equivalents, FTE) in der Rechts- und Steuerberatung insgesamt rein rechnerisch zuletzt um, in der reinen Steuer- und Steuerrechtsberatung sind es demgegenüber 294.000 Euro.
International legte Rödls Gesamtgeschäft um 5,7 Prozent auf 184,3 Millionen Euro zu. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg dabei etwas stärker, um 7,1 Prozent von 4.200 auf 4.500. So eröffnete die Kanzlei etwa in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und im brasilianischen Curitiba und ist damit weltweit an 108 Standorten in 50 Ländern vertreten. Im Geschäftsjahr 2015 war die Kanzlei international noch deutlich stärker gewachsen. Seinerzeit legte sie außerhalb Deutschlands mit 7,7 Prozent um 15,4 Prozent zu. (René Bender)