Von der 50:50-Quote können einige Branchen vielleicht nur träumen: In der Steuerbranche ist es jedoch gelebte Realität. Laut JUVE Steuermarkt-Arbeitgeberrecherche 2026 sind 48 Prozent der Steuerexperten in Unternehmen und in Kanzleien weiblich. Auch die Zukunft scheint weiblich, so dominieren Steuerberateranwärterinnen mit einem Anteil von durchschnittlich 58 Prozent.
Unterschiede in Karrierestufen
Doch je höher das Karrierelevel, desto stärker verändert sich das Bild. So zeigt sich laut JUVE-Recherchen für Beratungshäuser Folgendes:
- Steuerberateranwärterinnen: 58 %
- Erfahrene Beraterinnen / weitere Berufsträgerinnen: 49 %
- Senior‑Managerinnen: 47 %
- Direktorinnen: 39 %
- Partnerinnen: 18 %
Was zu Beginn fast ausgeglichen – oder wie am Anfang der Karriereleiter sogar weiblich dominiert ist – kippt spätestens ab Direktorinnen-Level deutlich ab. An der Spitze stehen aktuell nur durchschnittlich 18 Prozent Partnerinnen – trotz des weiblichen Talentpools.
Keine Pipeline-Problematik
Die Zahlen zeigen deutlich, dass es nicht an weiblichem Nachwuchs mangelt. Auch dürften Frauen genauso motiviert sein, Karriere zu machen, wie ihre männlichen Kollegen. Das Gefälle liegt weniger an fehlender Kompetenz, sondern an strukturellen Barrieren.
Zum Beispiel kollidieren Karrierewege mit Familienphasen; die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mitunter schwer. In Netzwerken sind Frauen oft unterrepräsentiert. Der geringe Frauenanteil in Führungspositionen führt zudem dazu, dass es nur sehr wenig Führungsvorbilder für den Steuernachwuchs gibt.
Viele Unternehmen und Beratungshäuser reagieren mit umfassenden Maßnahmen: Von flexiblen Arbeitszeitmodellen, gezielten Leadership- und Mentoring-Programmen auf dem Weg zur Partnerin bis hin zu speziellen (unternehmensübergreifenden) Netzwerkformaten ist vieles dabei. Zum Weltfrauentag wird klar: Der Steuermarkt hat das Potenzial für Gleichstellung – er muss es nur konsequenter bis ganz nach ganz oben tragen.