Hintergrund Analyse

JUVE-Rankings Konzernsteuern: Wandel und Generationenwechsel

Private-Equity-Investoren drängen in die Steuerberatung, die globale Mindeststeuer hält Unternehmen und Berater in Atem, und in mehreren Kanzleien verabschieden sich prägende Köpfe. Die JUVE-Analyse zeigt: Bei Konzernsteuern stehen die Zeichen auf Change.

von Verena Clemens

Bild: stock.adobe.com | Arx PhotoStock

Private-Equity-Gesellschaften bringen den Markt in Bewegung: EQT steigt bei der Steuerberatung WTS ein, Cinven bei Grant Thornton. Für beide Kanzleien beginnt damit eine neue Phase. Das Ziel: den Abstand zu den Big Four zu verkleinern. Dafür setzen sie auf mehr digitale Technik und eine stärkere internationale Präsenz, auch in der Konzernsteuerberatung.

Regulatorische Vorgaben und ein komplexeres Steuerrecht treiben die Spezialisierung voran. Die globale Mindeststeuer beschäftigt die Unternehmen weiterhin. Am 30. Juni 2026 lief die Frist für die Abgabe der ersten Erklärungen ab. Ein weiterer Hebel für die Unternehmen, ihre steuerlichen Aufgaben auszulagern. Sogenannte Managed Services, bei denen externe Dienstleister Steueraufgaben übernehmen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Nicht nur die Big Four positionieren sich hier: Baker Tilly, Rödl und PKF Fasselt bauen ihr Angebot in diesem Geschäftsfeld aus.

Die Grunderwerbsteuer entwickelt sich ebenfalls zu einem immer wichtigeren Beratungsfeld. Bei Tax Compliance Management Systemen (TCMS) zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Berater werden seltener beauftragt, umfassende Systeme einzuführen. Stattdessen passen sie bestehende Systeme für einzelne Beratungsfelder an – etwa für Zölle, Umsatzsteuern oder Verrechnungspreise.

Wechsel prägender Berater

Gleichzeitig findet in der Konzernsteuerberatung ein personeller Umbruch statt. Bei Linklaters ist Ende April Prof. Dr. Jens Blumenberg in Rente gegangen. Damit hat nach Prof. Dr. Sebastian Benz, der Anfang 2025 zu Seitz gewechselt war, auch die zweite prägende Figur die Kanzlei verlassen.

Noch größer ist der Einschnitt bei A&O Shearman: Der langjährige Praxischef Dr. Gottfried Breuninger hat sich zur Jahresmitte 2026 mit einem kleinen Team selbstständig gemacht. Andere Kanzleien sind beim Thema Nachfolge einen Schritt weiter: Bei Flick Gocke Schaumburg und Milbank haben sich bereits jüngere Partner neben bekannten Namen wie Prof. Dr. Thomas Rödder oder Dr. Rolf Füger etabliert.

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