Kurz notiert
Was tut sich in der Steuerwelt? Lesen Sie weitere aktuelle Nachrichten kurz und knapp im übersichtlichen Branchen-Ticker!
Mai 2025
'Energiesozietät' macht Steuerexperten von EY zum Partner
Mit Jörg Bittscheidt holt die Düsseldorfer Kanzlei 'Energiesozietät' zum Juli einen erfahrenen Steuer- und Gesellschaftsrechtler als achten Partner. Der 54-Jährige wechselt von EY, wo er seit 2020 als Senior Manager im Bereich Tax tätig war. Zuvor arbeitete er 16 Jahre bei PwC, zuletzt als Manager Tax. Er berät Unternehmen umfassend in steuerlichen Fragen, vor allem bei Umstrukturierungen und gesellschaftsrechtlichen Gestaltungen. Bei der Energiesozietät soll er die interdisziplinäre Beratung an der Schnittstelle von Gesellschafts- und Steuerrecht stärken. Die Kanzlei hat sich auf Energie, Umweltrecht, Kommunalwirtschaft und Vergaberecht spezialisiert.
Grüne fordern längere Aufbewahrungsfristen wegen Cum-Cum-Geschäften
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will mit einem Antrag (Ds. 21/226) die Aufklärung von Cum-Cum-Geschäften vorantreiben. Der geschätzte Steuerschaden beläuft sich auf 28,5 Milliarden Euro. Die Aufbewahrungsfristen für Unterlagen bei Finanzinstituten sollen über 2026 hinaus verlängert werden. Zudem fordert die Fraktion, dass Bundesbetriebsprüfer und Länderfinanzbehörden die Prüfung von Finanzinstituten bei schwerer Steuerhinterziehung priorisieren sollen.
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BFH eröffnet Online-Ausstellung zum 75-jährigen Bestehen
Der Bundesfinanzhof (BFH) feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass ist eine digitale Ausstellung zur Geschichte des BFH zu sehen. Die Online-Schau basiert auf einer Ausstellung, die 2018 zum 100-jährigen Jubiläum der Steuerrechtsprechung in Deutschland eröffnet wurde. Die neue Online-Ausstellung zeichnet die Entwicklung des Gerichts seit der Gründung des Reichsfinanzhofs im Jahr 1918 nach. Die Schau porträtiert prägende Richterpersönlichkeiten verschiedener Epochen und beleuchtet auch kritisch die Rolle des Gerichts während der Zeit des Nationalsozialismus. Interessierte können einen digitalen Rundgang durch die Geschichte des obersten Gerichtshofs für Steuern und Zölle in Deutschland unternehmen.
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Northern Data und Deloitte starten KI-Partnerschaft in Europa
Die Northern Data AG und Deloitte geben eine AI Factory-Partnerschaft bekannt. Ziel ist es, die KI-Transformation europäischer Unternehmen zu beschleunigen. Northern Data stellt dafür seine KI-Cloud-Infrastruktur bereit, während Deloitte Managed Services und Beratung anbietet. Die Zusammenarbeit soll Unternehmen einen schnellen und effizienten Zugang zu KI-Lösungen ermöglichen. Besonderer Fokus liegt auf Datenschutz, Sicherheit und Nachhaltigkeit in europäischen Rechenzentren.
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WTS PSP AI und Semitax kooperieren bei KI-Lösungen
WTS PSP AI und Semitax haben eine exklusive Kooperation im Bereich KI und Datenanalyse vereinbart. Die KI-Plattform plAIground von WTS PSP AI wird mit dem Analysetool Audipy von Semitax verknüpft. Nutzer können künftig beide Technologien auf einer gemeinsamen Cloud-Plattform nutzen. Die Integration ermöglicht KI-gestützte Dialoge zu Steuerthemen sowie Echtzeit-Datenanalysen wie Lückenanalysen und Anomalieerkennung. Perspektivisch soll eine gemeinsame Cloudstruktur entstehen, die höchste Standards bei Datenschutz und Skalierbarkeit erfüllt.
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Bundesrechnungshof fordert Stärkung der Einnahmebasis
Der Bundesrechnungshof drängt auf eine Stärkung der staatlichen Einnahmebasis. In einem Bericht (Ds. 21/32) werden 22 Maßnahmen vorgeschlagen, die Bund und Ländern Mehreinnahmen von 30 Milliarden Euro jährlich bringen könnten. Dazu gehören der Abbau von Steuervergünstigungen, etwa für Dieselkraftstoff, die Verbesserung der IT in Steuerbehörden und die Stärkung der Steuerfahndung. Zudem sollen Vollzugsdefizite abgestellt und Besteuerungslücken bei Plattformökonomie und Kryptowerten geschlossen werden.
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BStBK: Zahl der Steuerberater gestiegen
Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) hat ihre Berufsstatistik 2024 veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Steuerberater in Deutschland auf 103.186 gestiegen. Den größten Zuwachs verzeichnete die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe mit kanpp 4.000 Mitgliedern. Die meisten Berufsträger sind in der Kammer München mit 10.583 Mitgliedern registriert. Die Frauenquote stieg auf den bisherigen Höchststand von 38,8 Prozent.
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April 2025
Clifford Chance ernennt Steuer-Counsel in Frankfurt
Clifford Chance hat Dr. Steffen Waadt zum Counsel im Bereich Tax, Pensions & Employment am Frankfurter Standort ernannt. Waadt berät Mandanten bei nationaler und internationaler Steuerplanung, insbesondere bei der Strukturierung von M&A-Transaktionen und Restrukturierungen. Zudem vertritt er Mandanten in Steuerstreitigkeiten und ist auf strukturierte Finanzierungen spezialisiert. Die Ernennung erfolgt zum 1. Mai 2025. Insgesamt wurden in Deutschland ein Senior Counsel und acht neue Counsel ernannt.
Partnerernennung bei Freshfields
Ebenfalls zum 1. Mai 2025 ernennt Freshfields in Deutschland sechs Partner, darunter den Steuerspezialisten Dr. Sebastian Röger. Der Rechtsanwalt ist Mitglied der Praxisgruppe Tax und berät am Frankfurter Standort schwerpunktmäßig zu steuerrechtlichen Fragen mit Finanzbezug. Zu seinen Mandanten zählen sowohl Finanzinstitute als auch Unternehmen. Darüber hinaus berät Röger zu steuerrechtlichen Fragestellungen im Bereich Private Capital und Asset Management.
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Freshfields befördert Steuerexperten zum Counsel
Freshfields hat zum 1. Mai 2025 weltweit 40 neue Counsel ernannt, davon 13 in Deutschland und Österreich. Im Steuerrecht wurde Björn Junior am Standort Hamburg zum Counsel befördert. Der Steuerrechtsexperte berät Mandanten bei nationalen und internationalen Unternehmenssteuerrechtsfragen. Seine Schwerpunkte liegen in der Strukturierung von M&A-Transaktionen sowie der steueroptimierten Unternehmensrestrukturierung.
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BFH: Gewerbesteuer aus Offshore-Windkraftanlagen geht an Kommunen
Die Wirtschaftskanzlei Möhrle Happ Luther hat unter der Federführung ihres Namenspartners Dr. Tobias Möhrle ein Grundsatzurteil beim Bundesfinanzhof (BFH) für die Stadt Oldenburg errungen. Demnach steht die Gewerbesteuer aus Offshore-Windkraftanlagen vollumfänglich den Kommunen zu. Eine Rechtsverordnung des Landes Niedersachsen zur Beteiligung am Steueraufkommen wurde für unwirksam erklärt. Das Urteil hat weitreichende Folgen für die Verteilung der Gewerbesteuer aus gemeindefreien Gebieten und betrifft große Teile der Offshore-Windkraft-Branche.
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