Juve Plus Umsätze

BDO wächst und investiert in Technologie

Die Next-Six-Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2024 um 14,2 Prozent zugelegt und kommt auf einen Gesamtumsatz von 461,2 Millionen Euro. Für die Vorstandsvorsitzenden Andrea Bruckner und Parwäz Rafiqpoor ist dabei klar: Für das Wachstum maßgeblich sind KI und Digitalisierung. Folgerichtig will BDO weiter in die Technologie investieren.

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BDO hat in der vergangenen Woche die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr* vorgelegt. Mit einem Wachstum von gut 14 Prozent beim Gesamtergebnis liegt die Beratungsgesellschaft in etwa im Schnitt ihrer Next-Six-Konkurrentinnen, die allesamt zweistellige Wachstumsraten verzeichneten. Die Spanne reicht dabei von rund 11 Prozent bei Rödl bis zu knapp 20 Prozent bei RSM Ebner Stolz.

Andrea Bruckner

Der Steuerumsatz kletterte von 134,5 Millionen auf 151,1 Millionen Euro – eine Steigerung von12,3 Prozent. Auch hier kamen fast alle Next Six auf zweistellige Zuwächse. Unter dem Strich behauptet BDO Rang neun unter den umsatzstärksten Steuerberatungseinheiten.

Der Abstand zu RSM Ebner Stolz auf Platz acht ist aber wieder etwas größer geworden. Insgesamt zeigt sich das Verfolgerfeld der Big Four sehr dynamisch. Zwar bleibt der Abstand zur vierköpfigen Marktspitze in absoluten Zahlen groß, dennoch sind die Wachstumstendenzen der Next Six beachtlich.

Digitalisierung fest im Blick

In einer Pressemitteilung begründete BDO das Wachstum in der Steuerberatung unter anderem mit einer steigenden Nachfrage nach Tax Technology: „Mit einem Fokus auf der Digitalisierung der Steuerfunktion und Automatisierung der operativen Prozesse trug insbesondere der Bereich Tax Technology zum Umsatzwachstum bei“, heißt es dort.

Parwäz Rafiqpoor

Auf Nachfrage von JUVE Steuermarkt konnte Parwäz Rafiqpoor, Vorstandsvorsitzender und Chef von Tax & Legal, den Anteil an Digitalumsätzen am Steuerumsatz jedoch nicht beziffern. Ausgehend von den bereits weitgehend digitalisierten Disziplinen der Umsatz- und Grundsteuer verwies er auf das hohe technologische Potential der Verrechnungspreise. Im Gegensatz dazu sei die Gestaltungsberatung stark abhängig von der Risikobereitschaft der Mandanten: „Ein Bereich, wo man weiterhin deutlich Hand anlegen muss“, betonte Rafiqpoor.

Rafiqpoor kündigte an, dass BDO Ende Juni intern die neue Plattform ,BDO Digital Tax Control Tower‘ ausrollen werde. Dabei handelt es sich um eine zentrale cloudbasierte Plattform über alle Steuerarten hinweg. Sie soll das steuerliche Prozessmanagement sowie das Sammeln und die Auswertung von Daten erleichtern. Nach dem internen Einsatz soll das Tool später auch bei Mandanten, vor allem für das Thema Outsourcing, zum Einsatz kommen.

Bei allen Beratungsfeldern Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Advisory setzt BDO außerdem auf Investitionen in KI. Das internationale BDO-Netzwerk plant, einen dreistelligen Millionenbetrag in diese Technologie zu investieren.

KI-basierte Dienstleistungen sind nach Angaben von BDO beispielsweise in Form einer digitalen Umfeldanalyse während eines Transaktionsprozesses bereits im Einsatz. Auch im Rahmen der ESG-Beratung spielen KI-gestützte Lösungen eine Rolle, um für die Berichterstattung relevante Daten zu erfassen und verwalten.

*Die Zahlen beziehen sich auf den 30. September 2024 als Stichtag, da BDO Global zu Ende September berichtet.

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