Schnittstelle Tax, Finance, IT

Fehlende Abstimmung gefährdet Unternehmensziele

Eine neue Studie zeigt Schwachstellen in der Zusammenarbeit zwischen Steuerabteilung, Finanzwesen und IT. Dies entwickelt sich zunehmend zu einem Risiko für Compliance, Effizienz und Umsatz.

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Die Studie von Vertex basiert auf einer Befragung von mehr als 1.000 Führungskräften in den USA, Großbritannien und Europa. Ein wichtiges Ergebnis: Obwohl die Vorteile einer engen Zusammenarbeit bekannt sind, gelingt es den Teams häufig nicht, zielorientiert zusammenzuarbeiten. Zwar erkennen die meisten die strategische Bedeutung integrierter Prozesse. Doch in der Praxis verläuft die Umsetzung häufig unzureichend. So geben nur 12 Prozent der Befragten an, ihre Steuertechnologie vollständig End-to-End integriert zu haben.

Die Studie betont, dass sich die regulatorischen Anforderungen in den Unternehmen zunehmend in Richtung Echtzeit-Compliance verschieben. Steuerprozesse werden zum integralen Bestandteil operativer Geschäftsabläufe. Fehler oder Verzögerungen wirken sich damit unmittelbar auf Transaktionen und Umsatzrealisierung aus.

Gleichzeitig treiben die Unternehmen die Modernisierung ihrer ERP-Systeme und den Einsatz von Automatisierung und KI voran, um die Herausforderungen Skalierung und Komplexität zu bewältigen. Doch genau hier offenbaren sich strukturelle Schwächen: Viele Unternehmen investieren in neue Technologien, ohne die Aspekte Governance, Zuständigkeiten und Datenqualität ausreichend zu berücksichtigen, betonen die Autoren der Studie.

Mangelnde Absprache, wenig Vertrauen

Rund ein Drittel der Befragten führt die mangelnde Absprache der Teams auf Datenprobleme oder Fehlinvestitionen bei Steuertechnologieprojekten zurück. Hinzu kommt ein auffallend geringes Vertrauen in steuerrelevante Daten: Nur 37 Prozent der Befragten bewerten die Qualität ihrer Stammdaten als hoch.

Zudem zeigt sich ein weiteres Problem in der ungleichen Einbeziehung der Funktionen: Während IT (52 Prozent) und Finance (49 Prozent) regelmäßig in Technologieentscheidungen eingebunden sind, geschieht dies bei Steuerabteilungen lediglich in 37 Prozent der Fälle. Doch damit fehlt genau die Kompetenz, die für regulatorisch belastbare Lösungen häufig entscheidend ist.

Besonders ausgeprägt sind die Defizite in der DACH-Region: Hier klafft eine deutliche Lücke zwischen der Einbindung von IT und Steuerfunktion. Gleichzeitig berichten rund 38 Prozent der Unternehmen von Fehlinvestitionen und Systemfragmentierung – ein Hinweis darauf, dass technologische Initiativen häufig ohne ausreichende Abstimmung umgesetzt werden.

Laut Studie binden Unternehmen mit effektivem Tax Compliance Management IT, Steuerabteilung und Finanzwesen frühzeitig ein und definieren klare Rollen und Verantwortlichkeiten. Zudem passen sie ihre Governance kontinuierlich an regulatorische und technologische Anforderungen an. Andernfalls drohen schnell finanzielle Nachteile: steigende Compliance-Risiken, blockierte Transaktionen und verzögerte Umsätze. Die enge Abstimmung zwischen IT, Steuer und Finance entwickelt sich damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

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