Umsätze in Deutschland

PwC feiert starke Gesamtleistung, Wachstum in Steuerberatung fällt ab

PricewaterhouseCoopers (PwC) blickt auf ein starkes Geschäftsjahr mit Rekordgesamtleistung zurück. Allerdings: Tax & Legal lieferte von allen Geschäftsbereichen das geringste Wachstum. Das Geschäftsjahr war zudem geprägt von Wechseln auf der Vorstandsebene.  

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PwC Deutschland hat das vergangene Geschäftsjahr (Ende 30. Juni 2022) mit einer Gesamtleistung von 2,6 Milliarden Euro und einem Plus von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen. Den Löwenanteil davon machte die Unternehmensberatung mit 1,12 Milliarden Euro aus. Mit einer Steigerung von 24,9 Prozent wuchs hier das Geschäft besonders stark. Die Wirtschaftsprüfung schlug mit 841,2 Mio. Euro zu Buche (+9,7 Prozent).

Björn Viebrock

Auch Tax & Legal wuchs mit 588,5 Mio. Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr, allerdings nur um 2,6 Prozent. Der Steuerberatungsarm erwirtschaftete 501 Mio. Euro (gegenüber 491,1 Mio. Euro im Vorjahr) und lag 2 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Auf die Rechtsberatung entfallen 87,5 Mio. Euro. Nachdem der Rechtsbereich im Vorjahr regelrecht eingebrochen war, konnte er nun ein Plus von 2,1 Prozent verbuchen. Mit diesen Zahlen bleiben Rechts- und Steuerberatung hinter den anderen Geschäftsfeldern zurück. 

Im vergangenen Geschäftsjahr hat die PwC-Steuerberatung einige Bewegung gesehen. Im April verkaufte die Big-Four-Gesellschaft ihr komplettes Global-Mobility-Team an einen US-Investor. Es firmiert nun als Vialto Partners. Das Geschäft stand dem Vernehmen nach für einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro jährlich. Im vergangenen Geschäftsjahr war das Global-Mobility-Geschäft noch für 10 Monate Teil von PwC.

Bewegung gab es auch auf der Führungsebene: Im Dezember 2021 war Dr. Ulrich Störk als Vorstandssprecher abgewählt und Petra Justenhoven zu seiner Nachfolgerin gekürt worden. Die Wahl erfolgte nach JUVE Steuermarkt-Informationen mit denkbar knapper Mehrheit von 51 Prozent. Im Juli trat Björn Viebrock die Nachfolge von Klaus Schmidt als Head of Tax & Legal an. Justenhoven und Viebrock waren als Team an den Start gegangen. Ebenfalls im Juli übernahm Daniel Kast die Position als Leiter von PwC Legal.

Schwerpunkt Compliance

Inhaltlich wollen Viebrock und Karst die Public-Sector-Beratung wieder stärken. Sie hatte unter der Aufspaltung in Recht und Steuern gelitten, viele Mitarbeitende aus dem Bereich verließen PwC. Das neue Führungsduo betonte im JUVE Steuermarkt-Interview die Bedeutung einer integrierten Beratung. Schwerpunkte der Steuerberatung werden in der Zukunft bei den Themen Compliance und der globalen Mindestbesteuerung (Pillar II) liegen. PwC bekräftigt zudem die Absicht, beim One-Firm-Ansatz zu bleiben. Nachteile aufgrund des FISG seien, so die Geschäftsführung, nicht ersichtlich.

Für das Geschäftsjahr 2020/2021 hatte PwC fiktive Umsätze einberechnet und „coronabereinigte“ Zahlen präsentiert. Die Steigerungen in den einzelnen Geschäftsbereichen beziehen sich auf die tatsächlich erwirtschafteten Leistungen. Die Gesamtleistung beinhaltet auch Umsätze, die zum Stichtag 30. Juni noch nicht kapitalisiert waren.  

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