Steuerumsatz

EY profitiert von starkem Transaktionsgeschäft

Autoren
  • Annika Janßen

Ernst & Young hat ihre Position als größte Steuerberatungsgesellschaft Deutschlands im Geschäftsjahr 2019/20 nochmals ausgebaut. Insgesamt vereinnahmte sie in der Steuersparte zum Geschäftsjahresende am 30.06.2020 über 680 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit stellte EY die anderen Big-Four-Gesellschaften in den Schatten. Die Steuereinnahmen sprießen zudem im Vergleich zum EY-Gesamtumsatz überdurchschnittlich: Insgesamt war EY in Deutschland nur um 2,1 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro gewachsen, wie die Gesellschaft in der vergangenen Woche mitteilte.

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Ernst & Young (EY) hat ihre Position als größte Steuerberatungsgesellschaft Deutschlands im Geschäftsjahr 2019/20 nochmals ausgebaut. Insgesamt vereinnahmte sie in der Steuersparte zum Geschäftsjahresende am 30.06.2020 über 680 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit stellte EY die anderen Big-Four-Gesellschaften in den Schatten. Die Steuereinnahmen sprießen zudem im Vergleich zum EY-Gesamtumsatz überdurchschnittlich: Insgesamt war EY in Deutschland nur um 2,1 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro gewachsen, wie die Gesellschaft in der vergangenen Woche mitteilte.

Henrik Ahlers
Henrik Ahlers

EY unterstreicht damit nicht nur ihre Position als umsatzstärkste deutsche Steuerberatungsgesellschaft, sondern verweist Deloitte (Wachstum des Steuerumsatzes 2020: +4 Prozent), KPMG (+1,4 Prozent) sowie PricewaterhouseCoopers (-0,7 Prozent) auch beim Wachstum auf die Plätze.

Beim Gesamtumsatz steht dagegen zwar auch ein Plus, dieses ist jedoch deutlich kleiner als im Geschäftsjahr 2018/19, wo es noch bei 7,2 Prozent gelegen hatte. Die Corona-Krise schlug sich in den nun veröffentlichten Umsatzzahlen über einen Zeitraum von rund drei Monaten nieder. 

Mit der reinen Rechtsberatung erzielte EY 65,6 Millionen Euro – ein Plus von 14,9 Prozent.

In der Wirtschaftsprüfung wuchs die Big-Four-Gesellschaft mit 5 Prozent auf 648 Millionen Euro etwas langsamer als im Vorjahr (+7,5 Prozent). Hier ist jedoch das aktuelle Geschäftsjahr spannender, wo sich auf der einen Seite viele Gewinne großer Prüfungsmandate niederschlagen werden, auf der anderen Seite aber auch das geschwundene Vertrauen im Zuge ihrer umstrittenen Rolle als Prüferin von Wirecard.

Insbesondere die steuerliche Beratung bei Private-Equity- und Unternehmenstransaktionen war ein maßgeblicher Wachstumstreiber im Geschäftsjahr 2019/20. So hatte ein Team um Jan-Rainer Hinz und Michael Vogel unter anderem den Verkauf der Aufzugsparte von Thyssenkrupp an ein Konsortium aus Advent International, Cinven, ADIA und RAG Stiftung begleitet – dem Vernehmen nach das honorarträchtigste EY-Mandat überhaupt im vergangenen Geschäftsjahr.

Outsourcing wird zum Treiber

Im aktuellen Geschäftsjahr liegen die Schwerpunkte indes anderswo. Neben der Beratung zu der einige Monate lang hoch umstrittenen Versteuerung ausländischer IP-Rechte in Deutschland sowie der Begleitung von Immobilientransaktionen komme der EY-Steuerpraxis derzeit vor allem der Wunsch nach Co- und Outsourcing-Dienstleistungen von Unternehmenssteuerabteilungen zugute. „Hier beobachten wir eine branchenübergreifend hohe Nachfrage“, sagte Dr. Henrik Ahlers, derzeit noch Managing Partner Tax für Deutschland, Österreich und die Schweiz im Gespräch mit JUVE Steuermarkt. Zudem sieht er das gut funktionierende „Teaming“, also die standort- und disziplinübergreifende Zusammenarbeit und die gezielte Zuteilung von Mandaten zum jeweils passendsten Fachgebiet als wesentlichen Erfolgsfaktor für das gesamte EY-Geschäft.

Der 53-jährige Ahlers wird zum Juli zusammen mit dem Prüfer Jean-Yves Jégourel (59) den bisherigen EY-Deutschland-Chef Hubert Barth ablösen und als Doppelspitze für EY Deutschland agieren. Neuer Steuerchef für die künftig neu entstehende Region West-Europa werde er allerdings nicht, trat Ahlers Spekulationen entgegen: „Ich konzentriere mich ab Juli ganz auf das Land, also meine Rolle als Deutschland-Chef.“

Ahlers sieht die Big-Four-Gesellschaft auf einem guten Weg, auch das zum 30.06. endende Geschäftsjahr erfolgreich abschließen zu können. Auch der Bewerberzulauf sei trotz des Wirecard-Skandals ungebrochen: „Wir erhalten Anfragen über alle Bereiche hinweg“, sagte Ahlers. Am Ende des vergangenen Geschäftsjahres waren 11.499 Mitarbeiter bei EY in Deutschland beschäftigt, 375 mehr als im Vorjahr.

EY global beschäftigt weltweit 298.965 Mitarbeiter, die zuletzt einen Umsatz von 37,2 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet haben, was einem Plus von 4,1 Prozent entspricht. (Annika Janßen, Jörn Poppelbaum)

 

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