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11.02.2021

Umsatz: Flick Gocke legt Rekordjahr hin und strafft Führung

Die steuerzentrierte Großkanzlei Flick Gocke Schaumburg hat im Geschäftsjahr 2020 rund 22 Prozent mehr Einnahmen erzielt als im Vorjahr. Mit diesem Plus setzt sie sich an die Spitze der großen Steuerberatungsgesellschaften, die bislang ihre Zahlen vorgelegt haben.

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Thomas Rödder

Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. Dezember endete, setzte die Kanzlei insgesamt rund 193 Millionen Euro um (gegenüber 158 Millionen Euro in 2019). Davon entfielen nach Recherchen von JUVE Steuermarkt rund 154 Millionen Euro auf die Steuer- und Steuerrechtsberatung.

Im Vergleich mit Wettbewerbern setzt Flick Gocke damit gleich mehrere Ausrufezeichen. Zum einen vergrößerte sie den Abstand zu WTS. Beide Gesellschaften sind diejenigen, die unter den 20 größten deutschen Steuerberatungshäusern in den vergangenen Jahren am deutlichsten gewachsen sind. Während sie bei den reinen Steuereinnahmen im vergangenen Geschäftsjahr mit jeweils knapp 127 Millionen Euro fast gleichauf lagen, sind es nun 154 Milionen bei Flick Gocke gegenüber 140 Millionen bei WTS. Hinzu kommt: WTS beendete ihr vergangenes Geschäftsjahr bereits am 30. Juni 2020, so dass hier nur die ersten Auswirkungen der Corona-Krise überhaupt Niederschlag gefunden hatten.

Neues Geschäftsfeld

Das Geschäft von Flick Gocke scheint sich dagegen als Corona-resistent herauszustellen. Das mag an den vielen langjährigen Mandatsbeziehungen liegen, aber wohl vor allem daran, dass die Kanzlei mit einem deutlicheren Bekenntnis zu deklarationsnahen und digitalen Beratungsdienstleistungen zufällig zum richtigen Zeitpunkt auf ein neues Geschäftsfeld gesetzt hat. Dieses hat sich dem Vernehmen nach überdurchschnittlich entwickelt. Hinzu kommen größere interne Untersuchungen sowie viele erbschaftssteuerlich induzierte Umstrukturierungen.

Auch als Folge der starken Entwicklung hat Flick Gocke zum Beginn des aktuellen Geschäftsjahres ihre Managementstruktur gestrafft und ein neues Geschäftsführungsgremium etabliert, das von einem Managing Partner geführt wird. Aus Sicht der Mehrheit der Partner war dies unter anderem nötig, um dem rasanten Personal- und Partnerwachstum Rechnung zu tragen. So ernannte die Kanzlei zum Geschäftsjahr 2021 weitere sieben Equity- und neun Salary-Partner. Damit kommt sie nun auf jeweils 81 Equity- und Salary-Partner. Insgesamt beschäftigt Flick Gock rund 550 Mitarbeiter, darunter 370 Professionals.

Stärkeres Management

Zum Managing-Partner wurde der langjährige Vorsitzende der Partnerversammlung, Prof. Dr. Thomas Rödder, gewählt. Rödder gilt seit langem als die überragende Figur der Kanzlei, so dass seine Berufung konsequent erscheint. Unterstützt wird er in der neuen Geschäftsführung von sechs Partnern, die unter anderem für Felder wie Mitarbeitergewinnung und -entwicklung, Digitalisierung, Internationalisierung oder Diversität zuständig sind.

Die neue Führung ist für drei Jahre gewählt und hat gegenüber dem bisherigen Koordinierungsgremium tatsächlich Geschäftsführungsbefugnisse. Rödder wird sich als Managing-Partner zudem erstmals auch formal mit dem Management der Kanzlei befassen, wogegen bislang die Mandatsarbeit bei allen Partnern klar im Fokus stand.

Gleichzeitig wurden die Verantwortlichkeiten für interne Verwaltungsaufgaben wie Personal, Marketing und Rechnungswesen neu besetzt, so dass Flick Gocke sich an mehreren Schlüsselstellen neu aufgestellt hat. (Jörn Poppelbaum)

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