Kurz notiert
Was tut sich in der Steuerwelt? Lesen Sie weitere aktuelle Nachrichten kurz und knapp im übersichtlichen Branchen-Ticker!
Juli 2026
Grüne fordern neue Rechtsform für Unternehmensnachfolge
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will eine neue Rechtsform „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmgV) einführen. In einem Antrag (Ds. 21/6951) fordert sie die Bundesregierung auf, diese Rechtsform schnell zu schaffen. Hintergrund ist die zunehmend schwierige Nachfolgesuche bei Familienunternehmen. Die neue Rechtsform soll ermöglichen, Verantwortung an kompetente Personen weiterzugeben, unabhängig von familiärer Zugehörigkeit. Zudem sollen mögliche Hindernisse bei der Erbschaftsteuer beseitigt werden.
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Europäische Zollagentur EUCA entsteht ab Herbst in Lille
Mit der European Union Customs Agency (EUCA) entsteht ab Herbst eine neue EU-Agentur mit Sitz in Lille. Sie soll das EU-Risikomanagement stärken, die neue EU-Zolldatenplattform (EU Customs Data Hub) betreiben und die Zusammenarbeit der nationalen Zollbehörden koordinieren. Die EUCA ist Kernelement der umfassendsten Reform der EU-Zollunion seit 1968 und reagiert auf wachsende Warenströme im Online-Handel sowie neue sicherheitspolitische Herausforderungen. Die Agentur soll schrittweise auf rund 300 Beschäftigte aufwachsen.
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Lesen Sie hierzu auch unseren Hintergrund-Artikel Europas Zollagentur nimmt Gestalt an vom 23.07.2026.
Automatischer Informationsaustausch über Plattform-Einkünfte wird ausgeweitet
Die Bundesregierung will die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung wirksamer bekämpfen. Ein Gesetzentwurf (Ds. 21/7193) sieht vor, eine mehrseitige Vereinbarung vom 22. Juni 2021 umzusetzen. Diese regelt den automatischen Austausch von Informationen über Einkünfte aus digitalen Plattformen. Bisher tauschen EU-Mitgliedstaaten solche Daten bereits aus. Künftig soll der Informationsaustausch auch auf Drittstaaten erweitert werden.
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Schalast baut Verrechnungspreis-Beratung auf
Dr. Stephan Schnorberger ist zum Juli als Partner zu Schalast gewechselt. Der 61-Jährige war seit 2005 Equity-Partner bei Baker McKenzie und hat dort die Verrechnungspreis-Praxis aufgebaut und geleitet. Bei Schalast soll er aus Düsseldorf heraus den Bereich Transfer Pricing neu etablieren. Schnorberger gilt als ausgewiesener Experte für Steuerkonflikte rund um Verrechnungspreise, IP-Bewertung und Umstrukturierungen. Schalast plant, die neue Praxis personell auszubauen.
Zwei neue Richter am Finanzgericht Köln ernannt
Das Finanzgericht Köln hat zwei neue Richter ernannt. Dr. Andreas Gräf wurde zum Juni 2026 zum Richter am Finanzgericht berufen und ist nun Mitglied des 2. Senats, der unter anderem für Klagen gegen das Bundeszentralamt für Steuern zuständig ist. Kerstin Lühring wurde zum Juli 2026 zur Richterin am Finanzgericht ernannt. Sie ist Mitglied des 1. Senats, der für die Finanzämter Bonn-Innenstadt und Schleiden sowie für Kindergeldsachen zuständig ist.
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Neuer Richter auf Probe am Finanzgericht Köln
Das Finanzgericht Köln hat Jannik Lottermoser als Richter auf Probe berufen. Die Ernennungsurkunde überreichte ihm Vizepräsidentin Petra Heckenkemper am 4. Mai 2026. Lottermoser begann seine Laufbahn in der Finanzverwaltung und studierte nach seiner Ausbildung für den gehobenen Dienst Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln. Während Studium und Referendariat war er bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Anwaltskanzleien tätig. Das Präsidium wies ihn dem 1. Senat zu.
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BDO baut Tax & Legal in Hamburg und Mainz aus
BDO hat die Partnerschaft im Bereich Tax & Legal mit zwei externen Zugängen verstärkt. Zum Juli wechselte Louisa Jonat (Foto) von PwC als Partnerin nach Hamburg. Sie soll die Lohnsteuer- und Sozialversicherungsberatung ausbauen. Bereits im Mai stieß Robert Prutz von Grant Thornton als Partner in Mainz hinzu und berät zum nationalen und internationalen Ertragsteuerrecht.
Neue Partner bei BDO
Zum Juli hat BDO zwei Mitarbeiter zu Partnern befördert: Philipp Baumeister wird Partner im Bereich Transaction Tax am Standort Düsseldorf. Der Steuerberater berät seit 2020 bei BDO Mandanten zu Unternehmenstransaktionen im nationalen und internationalen Kontext. Thorben Kunze wird Partner für Audit & Assurance in Oldenburg. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist seit 2022 bei BDO tätig und konzentriert sich auf Jahres- und Konzernabschlussprüfungen nach HGB und IFRS.
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Makery gewinnt zwei weitere Partner von WTS
Die Münchner Makery-Gruppe hat zum Juni 2 neue Partner gewonnen: Sigrid Gropper (Foto) und Christoph Broich wechseln als Direktoren von WTS. Beide bringen jeweils eine Mitarbeiterin mit. Gropper ist Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin mit Schwerpunkt Corporate Tax und Familienunternehmen. Broich berät mittelständische Unternehmen und Private-Equity-Investoren. Makery zählt damit 31 Mitarbeitende, darunter 8 Gründungspartner. Die 2025 gegründete Gesellschaft ist Teil der PE-gestützten Plattform Atania.
Grüne fragen nach BaFin-Abfrage zu Cum/Cum-Geschäften
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erkundigt sich in einer Kleinen Anfrage (Ds. 21/6863) nach der BaFin-Abfrage zu Cum/Cum-Gestaltungen, die von Dezember 2025 bis März 2026 lief. Der geschätzte Gesamtschaden durch solche Geschäfte beläuft sich auf 28,5 Milliarden Euro. Die Grünen wollen wissen, wie viele Kreditinstitute entsprechende Gestaltungen gemeldet haben und wie sich die Schadenssummen auf Institutsgruppen und Zeiträume verteilen.
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BGH bestätigt Bewährungsstrafe für Cum-Ex-Kronzeugen
Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung des Cum-Ex-Kronzeugen Kai-Uwe Steck zu einer Bewährungsstrafe von 1 Jahr und 10 Monaten rechtskräftig bestätigt (Az. 1 StR 35/26, Beschluss v. 08.06.2026). Das Landgericht Bonn hatte Steck wegen Steuerhinterziehung in 5 Fällen schuldig gesprochen. Der Steuerschaden betrug rund 427 Mio. Euro. Der BGH verwarf die Revisionen von Staatsanwaltschaft und Angeklagtem. Seine umfassende Aufklärungshilfe ab 2016 wertete das Gericht als gewichtigen Milderungsgrund gemäß § 46b StGB. Steck darf seine Anwaltszulassung behalten.
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Lesen Sie zum Urteil des LG Bonn auch unsere Nachricht vom 03.06.2025 (JUVE+).