Steuerhinterziehung

Schuhbeck hält mit neuem Verteidiger an Revision fest

Starkoch Alfons Schuhbeck (73) macht es wieder spannend: Heute lief die Frist zur Begründung seines Antrags auf Revision aus. Diese hielt er ein – und überraschte mit einem neuen Verteidiger an seiner Seite. 

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Schuhbeck ließ heute über seinen Sprecher Peter Dietlmaier mitteilen, seine bisherigen Verteidiger Sascha König von König Gauweiler Sauter und Dr. Markus Gotzens von Wannemacher & Partner haben „das Mandat im allseitigen Einvernehmen beendet und sind insoweit nicht mehr für Herrn Schuhbeck tätig“. Der Starkoch habe entschieden, dass die Revision gegen das Urteil des Landgerichts (LG) München I vom vergangenen Oktober fortgesetzt werden solle. 

Sein neuer Verteidiger ist laut Angabe Dietlmaiers Prof. Dr. Ali Norouzi von der Berliner Strafrechtskanzlei Widmaier Norouzi

Ali Norouzi

Das LG unter dem Vorsitz von Richterin Andrea Wagner hatte ihn wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er die Steuer um 2,3 Millionen Euro verkürzt habe. Dieses Urteil hatte er durch seine Verteidiger König und Gotzens angefochten und Revision beantragt. Aufgrund dieses Antrags konnte der Promi-Koch bislang auf freiem Fuß bleiben. 

Der Gastronom hatte kurz nach seiner Verurteilung angekündigt, den Revisionsantrag gegebenenfalls durch seine Verteidiger zurückzunehmen, „sollten die schriftlichen Gründe das Landgerichtsurteil tragen“. Die schriftliche Urteilsbegründung wurde ihm Mitte Dezember zugestellt.  

Heute lief die einmonatige Frist zur Begründung seiner Revision aus. Hätte Schuhbeck diese Frist nicht eingehalten, so hätte das LG den Antrag als unbegründet zurückweisen können. Somit hätte der Starkoch seine Haftstrafe zeitnah antreten müssen, die wahrscheinlich in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech stattfinden würde.  

Nun prüft der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe den Fall. Sieht das Gericht die Revision als begründet an, so würde das LG-Urteil aufgehoben werden. Dies erscheint jedoch zum Zeitpunkt unwahrscheinlich. 

In jedem Fall gewinnt Schuhbeck nun Zeit. Mehrfach hatte der Fernsehkoch beteuert, dass er die volle Verantwortung tragen und den Schaden wieder gutmachen wolle. Sollte er seine Steuerschulden tatsächlich – ganz oder teilweise – begleichen, so könnte er in einem neuen Verfahren auf ein milderes Urteil hoffen. 

In der Zwischenzeit bleibt Schuhbeck weiterhin auf freiem Fuß. 

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