Gemeinsam mit der bereits Ende 2025 beigetretenen FACT-Gruppe erreicht die Gruppe damit rund 800 Mitarbeitende und einen Jahresumsatz von etwa 80 Millionen Euro.
Die Partnerschaft baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften auf, die beide zum internationalen PKF-Netzwerk gehören. Im Zentrum steht der Aufbau einer gemeinsamen Plattform, über die die Häuser ihre Leistungen bündeln und ihr Angebot ausbauen wollen. Investitionen in Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und datenbasierte Beratungsprozesse sollen innerhalb der Gruppe stärker vorangetrieben werden. Nach eigener Darstellung will die Gruppe zu den größeren Anbietern im deutschen Markt aufschließen.
Beide Gesellschaften betonen, dass ihre operative Eigenständigkeit erhalten bleibt: Die bisherigen Gesellschafter bleiben beteiligt, die Führung verbleibt in den bestehenden Teams, und für Mandanten wie Mitarbeitende ändert sich im Tagesgeschäft nichts.
PKF WMS ist die Pioniergesellschaft der von Ufenau finanzierten Plattform, die im Rahmen eines Buy-and-build-Ansatzes durch weitere Partnerschaften ausgebaut werden soll. In den kommenden Monaten sollen weitere mittelständische Gesellschaften hinzukommen.
PKF WMS ist seit über 90 Jahren an 6 Standorten in den Regionen Osnabrück, Emsland und Ostwestfalen-Lippe tätig, der Hauptsitz ist in Osnabrück. Die Gesellschaft bietet neben Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung auch Rechtsberatung an.
PKF IVT wurde 1976 gegründet, und beschäftigt am Hauptsitz in München und einer Zweigniederlassung in Hannover mehr als 150 Mitarbeitende. Zu den Mandanten gehören neben internationalen Konzernen auch Unternehmen des Mittelstands und öffentliche Institutionen.
Rückenwind für Private-Equity-Kanzleien
Der Zusammenschluss ist der jüngste Fall einer Entwicklung, die trotz wachsenden regulatorischen Gegenwinds an Tempo gewinnt. Neben großen Gesellschaften wie Afileon (Partners Group), WTS (EQT) und Grant Thornton (Cinven) sichern sich immer mehr Einheiten einen Finanzinvestor. Ufenau hatte das Rennen um PKF WMS seinerzeit gegen Waterland für sich entschieden – mit PKF IVT folgt nach der FACT-Gruppe nun der nächste namhafte Zugang zur Plattform.
Das Strukturmuster ist bekannt: Um das Fremdbesitzverbot zu wahren, beteiligt sich Ufenau nicht an den Berufsausübungsgesellschaften selbst, sondern erwirbt über eine luxemburgische WP-Gesellschaft einen Anteil an einer deutschen Service-GmbH. Die WP-Gesellschaft fungiert als Markendach und lizenziert den angeschlossenen Kanzleien unter anderem kostensenkende Software. Wie belastbar solche Konstruktionen dauerhaft sind, ist offen – zumal der EuGH das Fremdbesitzverbot im vergangenen Winter grundsätzlich gestärkt hatte.
Die unterschiedliche Diktion der beiden Mitteilungen spiegelt die berufsrechtliche Gratwanderung wider: Während die IVT-Seite betont berufsrechtlich vorsichtig von einer „berufsständisch geprägten Unternehmensgruppe“ spricht und die IVT-Gesellschafter „zugleich Gesellschafter der neuen Gruppe“ werden lässt, benennt PKF WMS den Buy-and-build-Ansatz offensiv.