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10.10.2018

Umsatz: Deloitte wächst wieder deutlich bei Steuern und Recht

Deloitte legt weiter kräftig zu: Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete die Big-Four-Gesellschaft insgesamt rund 18 Prozent mehr Umsatz als im Jahr zuvor und kratzt an der 1,5 Milliarden-Euro-Marke. Damit hat Deloitte seinen Umsatz in den letzten drei Jahren nahezu verdoppelt. Anders als im vergangenen Jahr, wo Deloitte die Gesamtleistung angab, teilte die Gesellschaft in diesem Jahr wieder reine Umsatzzahlen mit.

Martin Plendl

Martin Plendl

Insgesamt schlagen zum Abschluss des Geschäftsjahres in Deutschland 1,465 Milliarden Euro Umsatz zu Buche, etwa 225 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Damit kratzt Deloitte bereits jetzt am erklärten Ziel für 2020, einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Im weltweiten Vergleich zählt Deutschland damit zu den am stärksten wachsenden Ländern bei Deloitte und wuchs auch in diesem Jahr über dem weltweiten Durchschnitt: So erwirtschaftete Deloitte weltweit im vergangenen Geschäftsjahr 11,3 Prozent mehr Umsatz und kam auf insgesamt 43,2 Milliarden Euro. Allerdings fiel das Wachstum hierzulande trotzdem etwas moderater aus als im Vorjahr, als Deloitte zum Bilanzstichtag rund 28 Prozent Wachstum verzeichnete.

Auf den Geschäftsbereich Tax & Legal entfielen 245 Millionen Euro, davon 42,4 Millionen Euro für die Rechtsberatung und 202,6 Millionen Euro für die Steuerberatung. Insgesamt wuchs der Geschäftsbereich damit um 10 Prozent, Tax um knapp 9 Prozent und Legal um 16 Prozent. Der Rechtsberatungsarm steht in Deutschland nun für einen Umsatzanteil von 17 Prozent. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Deloitte noch 222 Millionen Euro.

Treiber der Steuerberatung war einmal mehr das internationale Steuerrecht – hier insbesondere die Beratung zu Verrechnungspreisen – und die Digitalisierung mit Mandaten rund um Tax Compliance Management Systeme (TCMS) und andere digitale Produkte.

Financial Advisory mit größter Dynamik

Der am stärksten wachsende Geschäftsbereich war allerdings erneut die Sparte Financial Advisory, wo Deloitte einen Umsatz von 298 Millionen Euro und damit 31 Prozent mehr als im Vorjahr erwirtschaftete. Hier profitierte Deloitte unter anderem vom angezogenen M&A-Geschäft, aber auch hohem Beratungsbedarf bei Banken und Versicherern.

Den mit 530 Millionen Euro größten Umsatzanteil erzielte derweil erneut die Consulting-Sparte, die für 36 Prozent des Umsatzes steht und den Prüfungsbereich mit 392 Millionen Euro (27 Prozent Umsatzanteil) weit hinter sich lässt.

Die Zahlen dokumentieren laut Deloitte Deutschland-CEO Prof. Dr. Martin Plendl der Strategie, zwar am Prüfungsgeschäft als Kernbereich festzuhalten, diesen jedoch nicht um jeden Preis ausbauen zu wollen. So strebe Deloitte in Deutschland zwar etwa drei bis fünf Prüfungsmandate in Dax an, zählt jedoch mittlerweile nach eigenen Angaben fast in anderen Fragen alle Dax-Konzerne  zu den Kunden.

Auch personell legte Deloitte einmal mehr kräftig zu: Mit rund 7.900 Mitarbeitern in Deutschland waren im vergangenen Geschäftsjahr knapp 1.000 Menschen mehr bei Deloitte beschäftigt als im Vorjahr. Rund 20 Prozent der Neueinstellungen sind Mitarbeiter mit einem technischen Hintergrund. Dies trägt der Digitalisierungsstrategie von Deloitte Rechnung, die zum einen strategische Partnerschaften mit IT-Konzernen, zum anderen hauseigene Lösungen wie das Cyber Intelligence Center (CIC) beinhaltet. Digitale Produkte zählen geschäftsbereichsübergreifend zu den großen Wachstumstreibern.

Mit dem erwirtschafteten Umsatz kommt Deloitte ihrem Ziel, bis 2020 eine der anderen Big Four in Deutschland überholt zu haben, wieder etwas näher. Zwar liegen die aktuellen Zahlen der Wettbewerber für Deutschland noch nicht vor. Mit 1,465 Milliarden Euro Umsatz ist Deloitte jedoch mittlerweile in Schlagdistanz zu KPMG, die hierzulande im letzten Geschäftsjahr 1,577 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte. (Catrin Behlau)

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