WP-Umsätze

Steuerberatung bleibt Wachstumsmotor

Die 25 größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind in Deutschland im vergangenen Geschäftsjahr im Mittel um 5,3 Prozent gewachsen und überwanden so erstmals die 10-Milliarden-Euro-Umsatzmarke. Dies zeigen die heute vorgelegten Zahlen des Marktforschungsinstituts Lünendonk & Hossenfelder. Klar ist damit aber auch: Die reine Steuerberatung entwickelt sich weiterhin dynamischer als die Gesellschaften insgesamt.

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Denn nach Recherchen von JUVE Steuermarkt legten die 30 umsatzstärksten Steuereinheiten Deutschlands – die häufig einen Teil des Geschäfts der von Lünendonk untersuchten Gesellschaften darstellen – im Durchschnitt um 7,8 Prozent zu. Das war auch schon im vergangenen Jahr so: 2020 war die Steuerberatung der größten Häuser durchschnittlich um 9,5 Prozent gewachsen, während die 25 umsatzstärksten WP-Gesellschaften insgesamt nur ein Plus von 6,4 Prozent verbucht hatten. 

Dennoch setzen die allermeisten der 25 größten Prüfungs- und Beratungshäuser der Lünendonk-Liste auch weiterhin auf die Abschlussprüfung. So machte Christoph Schenk, Managing Partner Audit & Assurance von Deloitte beim Lünendonk-Pressegespräch klar, dass sein Haus derzeit an vielen Ausschreibungen teilnehme. Auch der Managing Partner der Next-Six-Gesellschaft Mazars, Dr. Christoph Regierer, erklärte, dass Mazars mehr Prüfungsmandate im Segment großer börsennotierter Unternehmen übernehmen wolle.

Allerdings dürfte das nicht für alle Prüfungshäuser gelten: Laut der aktuellen Lünendonk-Umfrage sind praktisch alle Gesellschaften der Ansicht, dass die Verschärfung der Haftungsregeln durch das im Frühjahr verabschiedete Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) zu einer weiteren Konzentration des Prüfungsmarkts führen werde. „Ich gehe davon aus, dass vor allem kleinere Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gezwungen werden, sich der Regulatorik anzupassen, sich also aus der Abschlussprüfung zurückziehen werden“, so der Managing Partner von RSM, Rainer Grote.

Tatsächlich deuten sich solche Entwicklungen bereits an. So ist zum Beispiel Dornbach mit einem Miniwachstum von absolut 2,7 Prozent auf Platz 14 des Lünendonk-Rankings abgerutscht, während die mittelständische Gesellschaft in der Steuerberatung ein Einnahmeplus von satten 25 Prozent verzeichnete und damit die Liste der Umsatzgewinner im Steuermarkt sogar anführt. 

Doch auch bei den Lünendonk-Umsatzsiegern Mazars und RSM, die jeweils um 15 Prozent zulegten, schnitt die Steuerberatung noch stärker ab als die Gesellschaften in der Gesamtbetrachtung: Mazars wuchs in der Steuerberatung um 18, RSM sogar um knapp 21 Prozent.

 

Eine vollständige Übersicht der 30 umsatzstärksten Steuerberatungseinheiten Deutschlands, der Entwicklung von Personalzahlen sowie des Umsatzes pro Mitarbeiter und pro Berufsträger finden Sie
→ auf unserer interaktiven Website www.juve-plus.de/organisation-und-finanzen/steuerkanzleien/ 
→ und in der Mai/Juni-Ausgabe des Magazins JUVE Steuermarkt.

 

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