Big Four

Public-Sector-Beratung

Ein großer Teil der Public-Sector-Beratung von PricewaterhouseCoopers bzw. PwC Legal wird der Big-Four-Gesellschaft den Rücken kehren. Insgesamt wechseln sieben Partner zu den Wettbewerbern KPMG und EY Law. Rund 40 Berufsträger werden sich allein KPMG anschließen. Das sind unter anderem die Steuerberater Antje Probst und Karl-Hubertus Eckerle sowie der Anwalt Harald Maas Partner beim Rechtsberatungsarm PwC Legal. EY Law verstärkt ihre Mannschaft mit dem Rechtsanwalt Christoph Fabritius und der Steuerberaterin und Rechtsanwältin Maren Weber.

Nach Wirecard-Skandal

Sollen Prüfung und Beratung stärker voneinander getrennt werden? Nach dem Carillion-Skandal in Großbritannien wurde über diese Frage bereits viel diskutiert. Mit dem Bilanzbetrug von Wirecard beschäftigt das Thema den deutschen Markt nun auch wieder verstärkt. Drei Experten haben gegenüber JUVE Steuermarkt zu der Frage Stellung bezogen.

Private Equity

Es ist das Ende einer Ära: Kurz vor Erreichen der Altersgrenze verlässt Michael Kunz, Steuerpartner bei Ernst & Young, die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ende September. Der 61-Jährige hatte den Bereich Private Equity bei EY für Deutschland, Österreich und die Schweiz viele Jahre geleitet und zu einem der Marktführer der steuerlichen PE-Beratung gemacht. Ein Team um EY-Partnerin Sandra Krusch tritt seine Nachfolge an.

Wechsel an der Spitze

Dr. Guido Staccioli wird zum Oktober neuer Steuerchef beim Zement- und Betonhersteller Dyckerhoff in Wiesbaden. Er kommt von Ernst & Young, wo er als Senior Manager im Eschborner Büro tätig ist. Sein Vorgänger Christof Heinzerling wendet sich künftig neuen Aufgaben in der Steuerberatung zu und verlässt das Unternehmen.

Düsseldorf

Die mittelständische MDP-Kanzlei Frankus baut ihr Japan-Geschäft aus. Dafür holte sie mit Jan Schneemann einen erfahrenen Steuer- und Rechtsexperten von KPMG. Dort war der 48-Jährige bislang Senior Manager, bei Frankus startet er ab August als Tax & Legal Partner.

Inhousewechsel

Siemens Energy verstärkt seine Steuerfunktion: Zum Mai wechselte Dr. Nadia Konkel als Head of Tax Germany in das Team unter Leitung von Steuerchef Michael Hölzl, der die Position Ende 2019 übernommen hatte. Konkel kommt vom Hamburger Technologiekonzern Körber, wo sie für rund viereinhalb Jahre die Steuerleitung übernommen hatte. Körber hat sich für eine interne Nachfolgelösung entschieden.

Umsatzsteuern

Zum April ist Eva Sareiter als Partnerin in das Hamburger Büro von BDO gewechselt. Sareiter kommt von Ernst & Young, wo sie über 16 Jahre beschäftigt war, zuletzt als Executive Director Indirect Tax in Hamburg.

Köln

WTS schließt die Reihen im Kölner Büro: Zum Mai wechselte Jens Krechel als Partner in die Corporate-Tax-Praxis der Beratungsgesellschaft. Der 47-Jährige kommt von KPMG und übernimmt die Standortleitung des Kölner WTS-Büros. Der ehemalige Niederlassungsleiter und Leiter der transaktionssteuerlichen Praxis Stefan Hölzemann war Anfang des Jahres mit einem größeren Team zu Mazars gewechselt.

Über zu wenig Arbeit konnten sich Steuerexperten in den vergangenen zwölf Monaten nicht beschweren. Vielmehr versuchen gerade die Next Ten und regionale Mittelständler, mit der Transformation ihrer Mandanten Schritt zu halten – die zunehmend auch die Beraterlandschaft erfasst. Bei den Anwaltskanzleien ist derweil Cum-Ex ein beherrschendes Thema. Doch nun stellt die Corona-Krise alles in den Schatten.

Verrechnungspreise

Die Wirtschaft steht still und mit ihr internationale Lieferketten; Unternehmen schwenken von der Spirituosen- zur Desinfektionsmittelproduktion und von der T-Shirt- zur Maskenfabrikation: Corona hat enorme Auswirkungen auf die Verrechnungspreisberatung. Denn auch wenn für viele Unternehmen derzeit die akute Liquidität im Vordergrund steht, ist klar: Die nächste Betriebsprüfung kommt bestimmt. Und wer international für die Verluste aufkommt, ist auch noch nicht ausgemacht.

JUVE Steuermarkt exklusiv

Die 20 umsatzstärksten Steuerberatungsgesellschaften des Landes haben im Geschäftsjahr 2019 im Mittel knapp 10 Prozent mehr Einnahmen erzielt als im Vorjahr. Das ist enorm. Doch wie gut die Zeiten wirklich waren, macht erst der Blick auf die Zuwächse im Fünf-Jahres-Vergleich deutlich.