JUVE Handbuch Steuern

Im Spannungsfeld

Ukraine-Krieg, Corona-Pandemie und Klimawandel – Im Berichtszeitraum des diesjährigen JUVE Handbuch Steuern bestimmten gleich drei globale Krisen die Schlagzeilen. Davon unbeeindruckt, zumindest auf den ersten Blick: der Steuermarkt. Doch die Branche steht vor großen Herausforderungen, wie das aktuelle JUVE Handbuch Steuern zeigt.

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Die fünfte Ausgabe des JUVE Handbuch Steuern ist erschienen und zeichnet erstmals die besten Steuerberatungseinheiten des Landes aus.

Auf den ersten Blick gehört die Branche der Steuerberater und Steuerjuristen zwar zu den Gewinnern: Schon allein die Corona-Krise mit ihren teilweise unübersichtlichen Regelungen zu Corona-Hilfen, Boni und Kurzarbeit hat für volle Auftragsbücher und neue Beratungsthemen gesorgt. Nun sorgen die Folgen des Ukraine-Krieges für viel Beratungsbedarf, vor allem im internationalen Steuerrecht und bei Zollthemen. Und auch der Klimawandel hat erste steuerliche Konsequenzen.

Klar ist: Bis zum Beginn des Krieges in der Ukraine entwickelte sich das Transaktionsgeschäft mindestens über dem Vor-Corona-Krisenniveau. Das sorgte für viel Beratungsbedarf bei den Experten für Transaktionssteuern (steuerliche Vertragsgestaltung bzw. steuerliche Strukturierungsberatung). Viele Transaktionen bedeutet häufig auch viel Umstrukturierungsgeschäft – und hier hatten die Konzernsteuerexperten (steuerliche Gestaltungs- und Projektberatung bzw. steuerliche Strukturierungs- und/oder Dauerberatung) alle Hände voll zu tun.

Eine der größten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Steuerberater ist dabei vor allem die Politik. Die sorgte zum Beispiel bei den Experten für Vermögende Privatkunden und gemeinnützige Einrichtungen für hohen Beratungsbedarf. In der Beratung zu Zoll und Verbrauchsteuern werfen derweil das neue Lieferkettengesetz und die Auswirkungen des ‚Green Deal‘ der Europäischen Union ihre Schatten voraus. Und das, obwohl die Auswirkungen von Brexit und Corona-Pandemie noch längst nicht aufgearbeitet sind. Nun folgt mit dem Ukraine-Krieg die nächste große Krise, die die Lieferketten durcheinanderwirbelt – und das vermutlich für eine lange Zeit.

Auch in der Umsatzsteuer waren es vor allem politische Initiativen, die das Geschäft bestimmten: Zum Juli 2021 zündete beispielsweise die nächste Stufe des EU-Mehrwertsteuer-Digitalpakets, die viel Beratungsgeschäft nach sich zieht. Ganz ähnlich sieht es bei den Verrechnungspreisen aus. So sorgten politische Initiativen für eine hohe Nachfrage bei den Mandanten. Ungebrochen stark präsentierte sich auch hier das streitige Geschäft. Steuerstreit ist jedoch längst nicht mehr nur bei den Verrechnungspreis- und Umsatzsteuerberatern ein großes Thema. Immer häufiger werden dabei auch steuerstrafrechtliche Fragen relevant. Über allem thront nach wie vor die strafrechtliche Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals, die auch die Experten für Finanzsteuern (produktfokussierte Beratung bzw. institutionelle Steuerberatung der Finanzindustrie) lange beschäftigt hat. Kein Wunder, dass die Steuerstreit- und Steuerstrafrechtsexperten der Beratungshäuser immer stärker Hand in Hand arbeiten.

Einen integrierten Beratungsansatz gab es in den vergangenen Jahren auch bei den personenbezogenen Unternehmensteuern zu beobachten, vor allem beim Thema Global Mobility. Dass PricewaterhouseCoopers (PwC) nun einen anderen Weg geht und das Global Mobility-Geschäft an einen Investor verkauft, wird im Markt mit sehr großem Interesse beobachtet.

Dessen ungeachtet war das Geschäft weiterhin von Corona geprägt, insbesondere in den Regionen, Norden, Südwesten, Westen, Mitte, Süden und Osten.

Genug zu tun also auf allen Ebenen – sei es in den Regionen oder den Fachgebieten. Dies sorgte auch für gute Zahlen: Viele Gesellschaften hatten in der Steuerberatung für das abgelaufene Geschäftsjahr Umsatzzuwächse zu vermelden, und ein Ende scheint nicht abzusehen.

Doch all dies darf nicht verschleiern, dass die Branche vor großen Herausforderungen steht: Regulierung, Digitalisierung und Fachkräftemangel stellen ganze Geschäftsmodelle in Frage – ganz unabhängig von der geopolitischen Lage. Gleichzeitig müssen Steuerberatungsfirmen ihre Mandanten bei ihren aktuellen und nicht weniger großen Herausforderungen in gewohnter Qualität begleiten. Ein Spagat, der die Branche in den kommenden Jahren bestimmen wird.

Deshalb haben wir uns entschlossen, diejenigen Steuerberatungseinheiten, denen dies im vergangenen Berichtszeitraum in den Fachgebieten aus unserer Sicht am besten gelungen ist, auszuzeichnen: In dieser Ausgabe des JUVE Handbuch Steuern vergeben wir erstmals die JUVE Awards Steuern.

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