Meinung

Unternehmensteuerreform

Parteivorsitzender Friedrich Merz und seine CDU preschen mit Steuer-Vorschlägen hervor: Merz will laut einem Interview mit dem Handelsblatt die separierte Besteuerung von Personengesellschaften abschaffen. Gleichzeitig sickern CDU-Pläne für eine 10-Prozent-Erbschaftsteuerflatrate durch. Was ist dran an diesen Steuerplänen? JUVE Steuermarkt hat nachgefragt beim Bundestagsabgeordneten und CDU-Steuerpolitiker sowie Präsidenten der niedersächsischen Steuerberaterkammer Fritz Güntzler.

Drei Fragen am Rande

Alessia-Maureen Dickler leitet den Bereich Transfer Pricing Deutschland bei Ernst & Young (EY) in Frankfurt. Die studierte Volkswirtin stieg 2003 bei der Big Four ein und blieb ihr bis auf eine vierjährige Station bei Fresenius Medical Care treu. Seit 2015 ist sie Partnerin.

Studie zu Steuerwettbewerb

Im internationalen Vergleich bekommen deutsche Politiker für Ihre Steuerpolitik eher eine schlechte Note. Zumindest sagt das Prof. Dr. Deborah Schanz von der Ludwig-Maximilians-Universität München im Gespräch mit JUVE Steuermarkt. Im Auftrag der vbw, einer Interessenvereinigung der bayerischen Wirtschaft, hat Schanz eine Studie erstellt und Deutschland mit 13 Industrienationen in Bezug auf den Steuerwettbewerb verglichen.

CDU-Steuerpläne

Steuerreformen erlebt die Steuerbranche meist aus der Zuschauerperspektive: Am Ende muss sie diese umsetzen, ist aber selbst nicht betroffen. Bei den Reformplänen, die der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz vorgeschlagen hat, wäre dies anders. Der Wegfall der besonderen Besteuerung von Personengesellschaften betrifft viele Steuerberatungsgesellschaften – nämlich alle, die nach dem PartGG firmieren. Juve Steuermarkt hat in der Branche nachgefragt.

E-Commerce

Mit der Initiative VAT in the Digital Age (ViDA) wagt die Europäische Kommission den großen Wurf: die Modernisierung des Mehrwertsteuersystems in der EU. Mit ViDA sollen die Kosten für Steuerpflichtige senken und das System robuster gegen Betrug werden. Doch vor allem der Zeitplan stößt auf Widerstand – und stellt Unternehmen sowie Finanzverwaltungen vor große Herausforderungen.

Im Porträt

Im nächsten Jahr feiert WTS Firmen-Jubiläum: Ein Vierteljahrhundert existiert die Einheit dann. Was als Ausgliederung eines Teils der Siemens-Steuerfunktion begann, ist heute „Deutschland größte Steuerberatungsgesellschaft ohne Prüfung“, wie der Vorstandvorsitzende Fritz Esterer gerne betont. Tatsächlich gilt WTS nicht wenigen im Markt als Erfolgsmodell. Aushängeschild und prägende Figur dahinter ist ganz klar Esterer. Doch viele fragen sich: Ist der Erfolg auch dann noch gegeben, wenn Esterer bei WTS einmal das Ruder abgibt?

Recruiting

Corona, Wirtschaftskrise und Ukrainekrieg haben auch die Parameter im Recruiting verschoben. Wie reagieren auf Steuerpositionen spezialisierte Headhunter darauf? Welche Recruitingwege funktionieren noch? Wie sieht es im Recruiting speziell für Inhouse-Positionen aus? JUVE Steuermarkt hat mit zwei Personalberatern gesprochen, die die Branche und den Markt kennen: Alexander Gries von Dragon & Gries und Dr. Georg Nohn von KSCP - Kugler Schmidt-Clausen Managementberater.

Drei Fragen am Rande

Prof. Dr. Michael Hendricks (55) ist Partner bei Flick Gocke Schaumburg in Bonn. Als Rechtsanwalt und Steuerberater führt er Verfahren vor Finanzgerichten, dem Bundesfinanzhof sowie dem Bundesverfassungsgericht. Zudem betreut er internationale Verständigungs- und Schiedsverfahren. Seit 2012 ist er Honorarprofessor an der Juristischen Fakultät der Universität Passau.

Kommentar

Während meines Studiums vor zwanzig Jahren war es die höchste Ehre für Studierende, wenn sie als Teil der Berufungskommission mit über die Neubesetzung eines Lehrstuhls entscheiden konnten: Zig Zeitschriftenartikel wurden durchforstet, Monographien gewälzt und Beiträge in Festschriften und Sammelbänden durchgesehen. In der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre findet davon heute offenbar nichts mehr statt – und das hat schwerwiegende Nachteile.

Studium & Wissenschaft

Im Juni sprach JUVE Steuermarkt mit dem Kölner Empiriker Professor Dr. Michael Overesch über die Zukunft der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Nun haben sich die beiden normativ arbeitenden Wissenschaftler Professor Dr. Stephan Meyering (FernUniversität in Hagen) und Professor Dr. Guido Förster (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) zu Wort gemeldet. Sie warnen davor, dass die Steuerlehre ihr wichtigstes Instrument verlieren könnte – das Aufstellen von Modellen.